Neues Bauen in Tirol 2010 – Auszeichnung für ein gewagtes Projekt

Auszeichnung für ein gewagtes Projekt

Eingang zum Haus Fürstenweg 5 (Höttinger Au) von Manzl Ritsch Sandner

Aus insgesamt 89 zum Wettbewerb eingereichten Projekten nahm die hochkarätig besetzte Jury 25 in die engere Wahl und vergab schlußendlich neun Auszeichnungen – die Rede ist vom alljàhrlich stattfindenden Wettbewerb “Neues Bauen in Tirol”.

Seit 1996 wird der Concour von der Kulturabteilung des Landes Tirol gemeinsam mit der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg und dem aut. architektur und tirol ausgerufen. Die gekürten Projekte müssen “den architektonischen Herausforderungen unserer Zeit sowohl in ästhetischer als auch in innovatorischer Hinsicht entsprechen” – so wollen es die Richtlinien.

Eine der  Auszeichnungen erging an das markante Wohnhaus in der Höttinger Au, geplant vom Büro Manzl Ritsch Sandner, ein Bau, der in Windeseile zum neuen Wahrzeichen der linken Innseite wurde (viel mehr als der martialische Baukörper des nicht weit entfernt gelegenen neuen Einkaufszentrums). Es ist der einzige Wohnbau unter allen Prämierten, was nicht verwundert, denn “der Wohnbau zählt aufgrund von abstrusen Vorgaben und Preisvorstellungen und der Einhaltung von Wohnbauförderungen mittlerweile zu den diffizilsten architektonischen Disziplinen” erklärt Manfred Sandner. In der Höttinger Au wurden alle Hürden auf ästhetische und raffinierte Art und Weise gelöst. Wie begründete die Jury ihre Wahl? Manfred Sandner: “Aus städtebaulichen Gründen wurden u.a. wir ausgewählt, denn es gelang uns, an einem mehr als neuralgischen (Kreuzungs)Punkt eine enorme Dichte zu schaffen”.

Seit 2009 stehen über 80 Wohnungen zur Verfügung, die meisten waren bereits vor Fertigstellung des Gebäudes verkauft und sind nun vorzugsweise – durch die unmittelbare Nähe zur Universität - von Studenten bewohnt. Durch zwei Eingangsschlitze betritt man einen Innenhof, der sich für die Abhaltung von Konzerten wunderbar eignet und durch die Erschließung der Wohnungen über zwei Stiegenhäuser und ebensoviele Aufzüge erweist sich das Ganze auch noch als überaus wirtschaftlich.

Mit der Auszeichnung für “Neues Bauen in Tirol 2010” scheint der Reigen erst begonnen, denn mittlerweile wurde das Büro Manzl Ritsch Sandner mit dem besagten Projekt für den Mies van der Rohe Award for European Architecture vorgeschlagen – gewissermaßen “die Europameisterschaft unter den Wettbewerben” so Manfred Sandner.

Alle Preisträger und weitere Info:

aut.architektur und tirol, Innsbruck

www.aut.cc

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Daten und Fakten:
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Innsbruck

Architektur & Baukunst

Historische Baudenkmäler und spektakuläre zeitgenössische Architektur im aufregenden Miteinander

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Der Aufbruch Tirols ins 21. Jahrhundert spiegelt sich auch in der Architektur wider. Das aut wiederum spiegelt diese.

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