Die Künstlerin Daniela Maria Span erfreute sich am Kitsch, lange bevor dieser „Mode“ und gesellschaftsfähig wurde. Sie galt, und bezeichnete sich selbst, als Kitschkünstlerin. Das war einmal.
Heute ist ihr der Begriff Kitsch „zu liebevoll – trash ist stärker“ erzählt die Künstlerin in ihrem Atelier bei cunst & co in der Tschamlerstraße in Innsbruck. Daniela Spans Arbeiten liegen Fotografien zugrunde, die sie am Computer in der Folge mehrfach überarbeitet. „Ich möchte gesellschaftspolitische Statements auf den Punkt bringen. Dabei behübsche ich nicht, obwohl sich meine Arbeiten dem Betrachter auf den schnellen ersten Blick schön und leicht verdaulich präsentieren.“ Richtig ereifern kann sich Daniela Span über das Gender-Thema, das herrschende Frauenbild bringt sie geradezu in Rage. Ihre Anklage gegen die weiblichen Verformungen und Deformationen, die sich die Frauen oftmals selbst beibringen, indem sie sich über das männliche Bild von Weiblichkeit definieren, artikuliert Span über allseits bekannte Ikonen wie etwa die Barbiepuppe, die mittlerweile zwar zur 50+Generation zählt, die sich aber dem natürlichen Alterungsprozess immer noch hartnäckig entzieht und über die Generationen hinweg als Leitbild funktioniert, als Symbol für Jugend und glatten Schönheitskult. Auch bei Daniela Span gibt sich Barbie auf ersten Blick schön und strahlend wie immer, beim näheren Hinsehen bemerkt man erst die klaffenden Wundmale, die obszöne Position, den malträtierten Körper. Dem gegenüber stehen die männlichen Bedeutungsträger, etwa Ken oder Batman, Supermänner, die ihrerseits einem Schönheitsideal und einem ästhetischen Diktat folgen.
Wer sich für Daniela Spans Helden-Kosmos interessiert, kommt in Kürze auf seine Rechnung. Das „kooio“, das forum für kunst und kommunikation in Innsbruck, zeigt ab 13. Mai die Ausstellung „Gebrochene Heldinnen“. Eine Woche später legt das verbale forum nach und entführt den Besucher in die Welt der männlichen Heroen.
Spans Arbeiten lassen sich direkt am Leib tragen. Mit ihrem eigenen T-Shirt-Label „roselounge“ ermöglicht sie (auchEinsteigern) einen lockeren Zugang zur Kunst. Die tragbaren Kunstwerke vertreibt die Künstlerin selbst.
http://www.daniela-span.net
http://www.kooio.net
http://www.verbale.org
http://www.cunst.net