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Traditionelles Fastnachtstreiben in Rum bei Innsbruck

Knapp zweihundert Jahre haben die Rumer "Muller" bzw. "Huttler" mittlerweile auf dem Buckel - aber von Altersschwäche keine Spur!

Dabei liegt das eigentliche Entstehungsdatum dieser Fastnacht wie bei den meisten derartigen Veranstaltungen im Dunklen. "Zweihundert Jahre" bedeutet also nur, dass es die ersten schriftlichen Aufzeichnungen als Verbote für die Rumer hagelte: weil sie sich zu sehr gehen lassen, Unfug treiben, saufen, tanzen, vielleicht Unzucht treiben....; weil die ganze "Mummerei/Mullerei" jedenfalls schlicht und einfach gegen jeden Anstand ist. Gerichtet haben sich die Verbote gegen die sogenannten "Huttler", die Vorläufer oder besser Vorfahren der heutigen Figuren. Wie diese allerdings ausgesehen haben, erfahren wir leider nicht. Der Begriff "Hutte" für "Lumpen", "Fetzen" legt aber nahe, dass sich die Figuren schlicht und einfach in ein zerschlissenes, womöglich buntes Allerlei zwängten, um für die fastnächtlichen Tollereien ausgerüstet zu sein. Von da her wäre vielleicht die Figur des Zottlers zum ältesten Bestand der Fastnacht zu zählen.

Als Teil des Muller-, bzw. Matschgererwesens in den sogenannten MARTHA-Dörfern bei Innsbruck (Mühlau, Arzl, Rum, Thaur, Absam) haben auch die Rumer die allmähliche Entwicklung hin zu aufwändig gestalteten Masken mitgemacht. Zeit und Geld scheinen keine Rolle mehr zu spielen, wenn das berüchtigte Fastnachtsfieber ausbricht und sich die Lebensfreude der Aktiven in fantastisch-barocke Gestik ergießt! Egal ob Spiegeltuxer, Zaggler, Klötzler, Melcher, Hexen, Halbweisse und andere - alle haben Teil an einer Aufführung, die nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Aktiven selbst mitreisst! Anders wäre die enorme körperliche Anstrengung etwa des Zottlers nicht zu erklären, der Stunde um Stunde in die Knie geht, sich flach auf den Rücken legt, sich dann vom Halbweissen auf die Brust steigen lässt um im Anschluß ohne Zurhilfenahme der Hände wieder auf die Beine springt ("Frosch"); oder das Tragen des kiloschweren "Scheins" des Altartuxers... In jedem Fall ist der Besuch des Mullerlaufens in Rum jeden Umweg wert. Besonders dann, wenn man von einer der Traditionsfiguren "abgemullt" wird, d.h. einen manchmal mehr, manchmal weniger leichten Klaps auf die Schulter bekommt: Glück und Segen auf allen Wegen des kommenden Jahres sind dem manchmal ziemlich verblüfft aus der Wäsche schauenden "Glückspilz" sicher!