Perchten - Dämonischen Gestalten in der Winterzeit

Seit über vierhundert Jahren können wir das Auftauchen der furchterregenden Perchten in den alpinen Tälern schriftlich nachweisen.

Wie alt sie wirklich sind, weiß niemand so genau. Auch was sie bezwecken, welche Funktion sie im winterlichen Brauchtum innehaben, ist immer noch nicht ganz geklärt. Fest steht allerdings, dass sie ihren Namen von der „Perchtennacht“ haben: von der Nacht vom 5. auf den 6. Jänner. Das Fest der Hl. Drei Könige am 6. Jänner wurde früher als „Epiphaniastag“ (der Tag der „Erscheinung“) begangen, als dem Tag also, an dem Jesus durch die Taufe „Christus“ in sich zum Erscheinen gebracht hat. Dieses Erscheinen bzw. Erleuchten wurde im Germanischen als „perahta“ bzw. „giperhta“ bezeichnet. Die Perchten waren also Gestalten, die an jenem für die Christenheit so bedeutenden Tag ihren Auftritt hatten. Vermutlich stellen sie das dämonische Element der Welt dar, dass im Gegensatz zum reinen und lichten Auftreten von Christus steht. Die Perchten gingen früher hauptsächlich von den „Rauhnächten“ (21.12 bis 5.1.) bis in die Fastnacht um. In allerletzter Zeit allerdings verlagerte sich ihr Auftritt hin zum Termin des Hl. Nikolaus (5./6. Dezember), wo sie vor allem im Tiroler Unterland den herkömmlichen „Krampussen“ arge Konkurrenz machen. In Fell gewandet oder in voluminösen Kostümen aus den Blättern des Mais („Kukuruz“; „Flitschen“), mit teuflischen Larven und Hörnern sowie den unerlässlichen schweren Schellen, stellen sie eines der beeindruckensten und auch lautstärksten Elemente des winterlichen Brauchtums in Tirol dar.