Kontaktdaten

TVB Wildschönau
info@wildschoenau.com

Tel. +43.5339.8255
Fax +43.5339.8255-50

Oberau 337
6311 Wildschönau

www.wildschoenau.com

Die "Wildschönauer Sturmlöder" und das Herz Jesu

Mit dem „Herz-Jesu-Sonntag“ verbindet man Prozessionen und Bergfeuer – in der Wildschönau den Höhepunkt für die „Sturmlöder“.

Am Beginn dieser Wildschönauer Traditionsgruppe steht das Jahr 1796: Als französische und bayerische Truppen Tirol bedrohten, verlobte man sich dem seinerzeit beliebten „Herzen-Jesu“ – und „verlangte“ als Gegenleistung Schutz und Hilfe von oben. Mit der Hoffnung auf solche Unterstützung stürzte man sich in verzweifelte, aber oft erfolgreiche Schlachten, die im Sieg auf dem Bergisel 1809 gipfelten. Den militärisch geordneten Truppen standen in Tirol mehr oder weniger ausgebildete Schützen, vor allem aber auch diverse Aufgebote aus der Landbevölkerung gegenüber. Als Waffen nutzten diese, was irgend zur Erschießung, Erschlagung, Erstechung dienlich schien – das berühmte „Letzte Aufgebot“ zeigt ein erstaunliches Sammelsurium an Mordinstrumenten.

Solche sehr erfolgreiche Aufgebote gab es auch in der Wildschönau. Als Erinnerung daran wurden im Jahre 1900 die „Sturmlöder“ gegründet und mit allen im Hochtal noch auffindbaren Kleidungsstücken und Waffen von anno 1809 ausgerüstet. Die Sturmlöder fehlen kaum bei einer Prozession oder sonstigen wichtigen Feier, doch ihr wichtigster Termin ist der „Herz-Jesu-Sonntag“. Bei der anlässlichen Prozession wird unter anderem auch die Muttergottesstatue aus der Oberauer Kirche mitgetragen. Als besonderes lokales „Attribut“ trägt sie eine Kette um den Hals. Daran baumeln die vom Kaiser verliehenen und noch mit einigem Geld versüßten Erinnerungsmedaillen der Freiheitskämpfer von 1796: „Den tapferen Verteidigern des Vaterlandes“. Die Wildschönauer Sturmlöder bewahren mit ihren Auftritten das Andenken an ihre tapferen Vorfahren – und dem staunenden Gast ein farbenfrohes Bild aus Tirols Vergangenheit.