Maria Lichtmeß am 2. Februar

Kerzenweihe und Wechsel des landwirtschaftlichen Arbeitsplatzes – das sind die Ingredenzien des alten katholischen Festtages.

Vom religiösen Inhalt her feiert man am 2. Februar „Maria Reinigung“, den Tag also, an dem die Hl. Maria nach einer Reinigungsphase wieder in den Tempel durfte. Diese religiös bedingte Reinigung beruht(e) auf der Vorstellung, dass eine Frau 40 Tage nach einer Geburt unrein sei, und sich erst mit Opfergaben nach einer bestimmten Zeit wieder in die religiöse „Gemeinschaft“ integrieren konnte. Schon in früheren Zeiten gab es an diesem Termin Lichterprozessionen und das „Reinigungsfest“ der Hl. Maria gesellte sich (zu) bzw. ersetzte diesen alten Brauch. Das kam nicht von ungefähr: Gerade dem Licht, dem Kerzenlicht, gesteht man im christlichen Glauben eine reinigende Wirkung zu. Zudem gilt das Licht auch als Symbol für Christus – er bringt mit seinem Tod bzw. seine Auferstehung wieder Licht in die Finsternis der Welt.

Als liturgisch bzw. volksreligiösen Brauch hat sich im Laufe der Zeit die Kerzenweihe an diesem Termin angesiedelt. Alle Kerzen, die im Laufe des Kirchenjahres benötigt werden, weiht man am 2. Februar. Früher brachten auch private Personen ihre Kerzen zur Weihe – heute beschränkt sich die Segnung auf den rein liturgischen Bedarf an Kerzen. Am 2. Februar gab es in früheren Zeiten auch einen weltlichen Brauch, der heute aufgrund der gesellschaftspolitischen Veränderungen keine Rolle mehr spielt. Zu diesem Termin konnten die Dienstboten, in Tirol also Mägde und Knechte, ihren Dienstplatz verlassen und zu einem anderen Arbeitgeber wechseln. Sie brachten damit – im übertragenen Sinn – „neues Licht“ in ihre alltägliche Arbeitswelt.