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Mina´s gute Stube

01.09.2011

Seit Mitte August hat Tannheim eine neue Attraktion, die den wohlklingenden Namen „Felixé Mina´s Haus“ trägt. Ein klein wenig fühlt man sich an Asterix und Obelix erinnert, doch im als Kulturzentrum genutzten Haus geht’s natürlich nicht um den drahtigen Gallier, sondern um die Geschichte einer alteingesessenen Tannheimer Familie. Und um vieles mehr.

Seinen Namen verdankt Felixé Mina’s Haus den beiden letzten Bewohnern. Im Jahr 1890 heiratete Felix Schmid in die Zobl-Dynastie ein, der Ehe entstammten drei Kinder. Im besagten Haus wohnte nur die jüngste Tochter, Wilhelmina, Mina, Schmid mit ihrem Vater Felix. Das besagte Gebäude, ein denkmalgeschütztes, für die Region typisches Bauernhaus, ist 300 Jahre alt und verblieb neun Generationen lang in der Familie. Es bestand aus Wohnhaus und Wirtschaftstrakt (ein Bau), der Wirtschaftstrakt wurde abgerissen, und nun ist es ein großes Gebäude, in dem das historische Wohnhaus integriert ist. Vor dem 2008 begonnen Umbau musste das ganze Haus ausgeräumt, die gefundenen Objekte inventarisiert und danach in geordnete, stilistisch zusammenpassende Museumsräume verwandelt werden. Durch eine glückliche Fügung des Schicksals, blieb das komplette Inventar des Hauses erhalten, sodass sich der Besucher heute am Anblick zahlreicher Möbel, an Musikinstrumenten, Spielzeug, handwerklichem Gerät und sogar an wunderschön gewirkter Unterwäsche erfreuen kann.

Die Lehrerdynastie Zobl lebte gutbürgerlich und betrieb nebenbei Landwirtschaft, eine auf dem Land durchaus übliche Doppelfunktion. Man verfügte über zwei Stuben. Eine im Erdgeschoss, die dem gemeinsamen Aufenthalt und den Mahlzeiten von Familie und Personal diente, und eine zweite, privat genutzte, kostbar ausgestattete im Oberstock, die als  Wohnzimmer der Familie vorbehalten blieb. In der Stube im Erdgeschoss ging man der Arbeit nach, die Lehrer der Familie haben hier Unterricht gegeben und es wurden wohl auch Geschäfte abgewickelt. Zobls waren wohlhabend aber durchaus bodenständig und tiefreligiös - zahlreiche Souvenirs aus diversen Wallfahrtsorten belegen dies. Im Musikzimmer, das mit einem Hammerklavier und einer Trag-Orgel ausgestattet ist, pflegte man die Kunst.

Neben der Wohnung und den Ausstellungsräumen richtete die Gemeinde Tannheim, Betreiber des Kulturzentrums, im Dachgeschoß des Hauses ein Labor für naturpädagogische Übungen ein. Hierin dreht sich alles um das Naturschutzgebiet Vilsalpsee. Auch ein Dorfladen, in dem heimische Spezialitäten zu erwerben sind, ist untergebracht. So wird der Bogen von der Vergangenheit zum Heute auch auf kulinarisch-erfahrbare Weise geschlagen.

MUSEUM FELIXÉ MINA’S HAUS - 300 Jahre Bürgerliches Wohnen in einem Bauernhaus

Jeden Dienstag um 16.00 Uhr, oder auf telefonische Anfrage, bietet Frau Stasi Wassermann eine Kulturführung durch Felixé Mina‘s Haus an. Tel. 05675-6272.

www.tannheim.tirol.at

Bilder
Daten und Fakten:
Region
Tirol
Ort
Tannheim