Mein Freund der Baum

Fügen/Ausstellung

Der Wald – seit jeher Inspirationsquelle von Dichtern und Malern, Erholungsspender für Lärmgeplagte, Lebensraum von Pflanze und Tier, Lieferant von Beeren, Pilzen oder Brennholz und dieses Jahr hoch gefeiert. 2011 ist das internationale Jahr des Waldes, und in zahlreichen Symposien, Publikationen und Ausstellungen wurde immer wieder betont, dass über 1,6 Mrd. Menschen von der Nutzung des Waldes leben und zwei Drittel aller Lebewesen im Tann ihren Lebensraum finden. Um die Bedeutung von Holz als Kultur-Rohstoff geht es in der Ausstellung “Baum in Allem” in der Galerie im FeuerWerk in Fügen im Zillertal.

Das Programm der Ausstellung gliedert sich in zwei Bereiche: „Faszination Wald“ vom Jenbacher Künstler haki-Hans Kirchmair und „Massiver Holzbau – Pavillon in Holz“ vom Architekten Wolfgang Pöschl. Dreht sich bei Kirchmair alles um die erfahrbare Sinnlichkeit des Holzes – der Besucher kann hören, sehen, schmecken, riechen, tasten -, verweist Pöschl auf die unerschöpfliche Einsatzfähigkeit und Belastbarkeit des Materials. Der Architekt errichtete einen massiven Holzpavillon, der durch seine statische Ausführung beeindruckt. Darin kommt Holz in allen seinen massiven Aufbereitungsformen konstruktiv vor, wie der Architekt anschaulich zu erklären weiß. Drei Baumstämme, noch in ihren Rinden, stützen die raumbildenden Fichten-Brettsperrholzflächen, aus denen die Westwand und das Dach besteht. Ein Fichten-Brettschichtholzträger verteilt die Lasten über den freien Dachrand und minimiert den direkten Sonneneinfall von Osten. Eine Lage aus Lärchenbalken bildet den Boden. An der Fassade finden sich konstruktive Vollholzprofile, die unten mit Lärchen-Dreischichtplatten und oben mit lichtdurchlässigen Polykarbonat-Platten versehen sind. Zum diffusen Tageslicht über die Fassaden kommen vereinzelt scharfe Sonnenstrahlen über kleine Lichtöffnungen in der Wand und im Dach, woraus die waldähnliche Lichtstimmung resultiert.

Durch einen Verbindungstunnel betritt man den Pavillon, der Ausstellungsraum und Ausstellungsobjekt zugleich ist und zum Verweilen einlädt. Dem Besucher wird einiges über die Geschichte des Unternehmens Binderholz und Erstaunliches über die Eigenschaften von Brettsperrholz nähergebracht. Überaus beeindruckend sind die Rauminstallationen. Mittels modernster Medientechnik erlebt der Zuseher das Verhalten eines mehrge- schossigen Holzbaues im Falle eines Brandes oder eines Erdbebens – hierzu wird das Beben von Kobe simuliert. Dem Wiederaufbau der Stadt L’Aquila im Zeitraffer kann man ebenso zusehen wie der Entstehung eines Einfamilienhauses in massiver Holzbauweise.

Nach der Ausstellung wird der Pavillon, ohne Spuren zu hinterlassen und somit ökologisch mustergültig, demontiert und findet voraussichtlich seine endgültige Bestimmung als Erweiterung eines Kindergartens.

Die Ausstellung ist noch bis Juli 2012 zu sehen.

Mai – Oktober | Mo – Sa

November - April | Mo - Fr jeweils 10 bis 16 Uhr

www.binder-feuerwerk.com

Bilder
Daten und Fakten:
Region
Tirol
Ort
Fügen

Zeitgenössische Architektur

Weltberühmt und spezifisch tirolerisch: gebaute Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts

Thema