Vom Erzählen

Leutasch: Erzählband; Innsbruck: Erzählfestival

Frau Wolle gastiert beim Erzählkunstfestival. Foto: Erzählkunstfestival

Geschichten machen das Leben reicher und lassen einen viel über Land und Menschen erfahren: ob in Form eines Büchleins, wie es die Leutascher herausgegeben haben, oder beim 3. Erzählkunstfestival, das von 4. bis 12. November in Innsbruck stattfindet.

Tirol birgt ein ganzes Sammelsurium von Geschichten und Natursagen. Oft sind sie an bestimmte Regionen verknüpft, bieten Erklärungen für Naturereignisse oder die Entstehung besonderer Landschaftsformen und das Vorkommen seltener Pflanzen. Einige solcher Geschichten hat der Tiroler Schriftsteller Hans Augustin für die Leutasch gesammelt, diese teils liebliche, teils schroffe Landschaft am Rande des Karwendelgebirges. Die „Leutascher Geheimnisse“, denen er dabei auf den Grund gegangen ist, hat er in sieben kurzen Geschichten beschrieben, die, versehen mit Fotografien aus der Region, in einem kleinen Bändchen gesammelt sind, das im Tourismusbüro erworben werden kann. Da liest man nun vom Munde-Weibele, von der Benesn Lackn oder vom Nazn Loch und kann sich nur wundern, welch fantastische Geschichten sich in einem „gewöhnlichen“ Wald oder See verbergen.
Unterhaltsam, voller Fantasie und Spannung sind auch die Geschichten, die beim Erzählkunstfestival in Innsbruck zu hören sind. Bereits zum dritten Mal veranstaltet der Verein Bühne frei dieses Fest der Geschichten, Märchen und Musik, das sowohl für Erwachsene als auch für Kinder viel Interessantes zu bieten hat. 2011 stehen zwölf Erzähler und acht Solisten bzw. Musikgruppen auf der Bühne, unterhalten die Kleinsten mit lustigen Schnurren oder versetzen die Großen mit bezaubernden Geschichten in Erstaunen. Aus Tirol sind unter anderem Christian Kayed, der sich unter anderem mit Führungen durch Hall einen Namen gemacht hat, „Frau Wolle“ Karin Tschugg, die feine Geschichten spinnt, oder Christof Habringer, mit dem im vergangenen Jahr die Kinder einen Mordsspaß hatten. Katharina Ritter aus Deutschland und Gidon Horowitz (Deutschland/Israel), Tormenta Jobareth (Deutschland/Gambia) und Geeta Ramanujam (Indien) bringen Geschichten aus aller Welt nach Innsbruck. Die Musik kommt von Caroline Preißl und David Arroyabe, die an Gitarre und Violine zu hören sind, von der Saxophonistin Susan P. oder den 3 Herren, die, obwohl Tiroler, ihre Berufung im Spiel von Didgeridoos gefunden haben. Musik für Klarinette und Harfe, gespielt von Franz Bernegger und Aneta Marie Pichler und nicht zuletzt das Tiroler Rapduo Raptyrolizm sind weitere Höhepunkte des Programms.
Als zu den jeweiligen Geschichten passende Orte wurden unter anderen die Rathaus Galerien, die Glockengießerei Grassmayr, das ORF Kulturhaus, das Alpenverein Museum in der Hofburg oder die Georgskapelle im Landhaus ausgewählt. Dort gibt es Geschichten zu hören wie „Die Schwabenkinder“, „Der Ring der Weisheit“ oder „Von den drei Brüdern, die wussten, was keiner glaubte“. Besonderheiten des Erzählkunstfestivals sind die Minutengeschichten, kürzeste Erzählungen mit Pfiff und Schmäh, die Möglichkeit, Erzähl-Schulstunden zu buchen, und das Angebot eines Erzähl-Workshops für Familien. Dazu kommt erstmals auch eine Veranstaltung mit Gebärdendolmetscher in der AK Tirol. Für welche Altersgruppe die einzelnen Geschichten gedacht sind, ist auf der Website des Vereins Bühne frei nachzulesen.

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Kontakt:
Buehne frei
6020 — Innsbruck

+43.5224.99877
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www.buehnefrei.at

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