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Das alte und neue Neujahr in Tirol

18.12.2011

Richtig, am 1. Jänner beginnt das neue Jahr. Auch in Tirol. Doch für die bäuerliche Bevölkerung war einst der 6. Jänner der eigentliche Beginn des Jahres.

Und dies hat nichts mit den Hl. Drei Königen zu tun, deren Festtag man am 6. Jänner feiert. Wesentlich wichtiger im Sinne der kirchlichen Tradition ist das Fest Epiphanias („Erscheinung“), welches ebenfalls an diesem Tag fixiert ist. Man gedenkt an diesem Termin einer sehr wichtigen „Station“ im Leben Jesu Christi. An diesem Tag soll er nämlich – so zumindest die biblische Überlieferung – von Johannes dem Täufer am Ufer des Jordan mit Wasser getauft worden sein. Erst durch diese Taufe kam das Göttliche in Christus in Erscheinung (siehe Epiphanias) – vorher war er „nur“ Mensch. Diesen Übergang hat man, um es salopp zu formulieren, frei auf das Neujahr im Volksleben übertragen. Reste dieses ehemaligen Neujahrs gibt es noch.
So enden am 6. Jänner die Rauhnächte, in denen man den Hof und seine Bewohner mit Rauch segnete. Das Räuchern soll dabei Glück und vor allem Gesundheit im kommenden Jahr garantieren. In vielen traditionellen Tiroler Fastnachtsorten beginnt mit dem 6. Jänner auch die Fastnacht – zumindest wird sie mit Sitzungen und Zusammenkünften eingeleitet. Ein alter Volksglauben besagt zudem, dass man nur bis zu diesem Termin einander ein „Gutes neues Jahr“ wünschen darf – sonst gilt es nicht mehr.
Wer also in Tirol das neue Jahr entsprechend feiern möchte, kann dies eben an zwei Tagen. Eigentlich an drei Terminen. Zunächst mit dem Silvesterauftakt am 31.12., dann hinübergleitend in den Tag des 1. Jänner mit Raketen, Donauwalzer und einem Glas Sekt und nach alter Tradition am 6. Jänner – dem „bäuerlichen Neujahr“.

24.08.2013 — 25.08.2013
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