Matschgerer Umzug in Absam

Am 5. Februar 2012 ist es wieder soweit: Punkt 14.00 Uhr geht das Dorf Absam in die Fastnacht. Und dies mit Tradition...

Denn auf alte Überlieferungen hält man viel in dieser Tiroler Gemeinde. Beginnt in vielen Tiroler Orten die Fastnacht am 6. Jänner, so startet man hier erst nach dem 17. Jänner. Und das kommt nicht von ungefähr... Am 17. Jänner 1797 erschien auf wunderbare Art und Weise ein Muttergottesbild (ähnlich einem Holzschnitt) im Fenster eines Privathauses. Man versuchte das Glas zu reinigen und holte diverse Fachleute – das Bild verschwand nicht und wurde recht bald zum Gnadenbild der örtlichen Wallfahrt (heute Basilika). Volksreligiosität ist also untrennbar mit Absam verbunden – aber auch die Fastnacht.
Ähnlichkeiten mit dem benachbarten „Mullen“ sind durchaus gegeben, doch Kenner sehen und erleben die diversen Besonderheiten. Prinzipiell geben auch hier die Fastnachtsgestalten der Muller, Zottler, Fleckler, Klötzler, Weiße, Tuxer und Spiegeltuxer den Ton an. Doch im Gegensatz zu den benachbarten Dörfern leiten die Hexen mit ihren eigenen, gurrenden Lauten das Treiben ein. Dann folgt die närrische, aber doch durchorganisierte Aufführung: die traditionellen Fastnachtsfiguren zeigen ihre eigenen Bewegungen, ehren Zuseher mit dem sogenannten Abmullen, was Glück und Segen bringen soll, Tuxer und Spiegeltuxer begeistern mit Schuhplattlern. Erlebenswert nicht zuletzt der Absamer Zottler, der im Gegensatz zu seinen „Kollegen“ in den Nachbardörfern nicht nur mit den Schultern den Boden berührt, sondern das linke Bein waagrecht am Boden ausstreckt. Wahrlich eine geradezu akrobatische Leistung, die nur von gut durchtrainierten – und jungen – Absamern perfekt ausgeübt wird. Dies alles kann man nicht nur beim großen Umzug sehen, sondern – übrigens sehr empfehlenswert – auch bei den kleinen Aufführungen in den Dorfgasthäusern während der Fastnachtszeit.
Beim großen Umzug ergänzen lokal benachbarte Fastnachtsgruppen das Geschehen, Musikkapellen sorgen für zusätzliche Abwechslung. Nicht zu vergessen natürlich der Bock, eine humoristische Persiflage auf das Schneidergewerbe oder das Fasserrössl, eine ebensolche lustige Hommage an das Fassbindergewerbe.
Nähere Informationen zu dieser sehr empfehlenswerten Veranstaltung, die auch als nationales immaterielles Kulturgut von der UNESCO ausgezeichnet wurde, unter: www.absamer-matschgerer.at

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