Aschermittwoch - Beginn der Fastenzeit

Mit dem Aschermittwoch beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern – nach den üppigen Fastnachts- bzw. Faschingstagen gilt es nun Maß zu halten, nicht nur bei Speis und Trank. Doch so einfach ist dies nicht. Und man versucht allerorten durch den Heringschmauß am Aschermittwoch die lustige Festzeit noch ein wenig zu verlängern.

Die katholische Kirche hält streng an diesem Beginn der Fastenzeit fest. Sichtliches Zeichen der nun folgenden Fastenwochen ist die Verhüllung von großen Kreuzen bzw. Kruzifixen in den Kirchen. Erst bei der Auferstehungsfeier am Ostersamstag werden die (meist) violetten Tücher wieder von diesem christlichen Symbolen abgenommen. Bezeichnet werden aber auch die Kirchgänger, die am Aschermittwoch die Hl. Messe besuchen. Sie erhalten vom Pfarrer ein Kreuz aus Asche auf die Stirn gemalt. Dieses Ritual symbolisiert die Bußbereitschaft und nicht zuletzt erinnert es an die Vergänglichkeit des Menschen. Schon seit der Synode von Benevent im Jahre 1091 ist die Asche ein für die römische Kirche verbindlichers Zeichen, das sich auf den Sündenfall im Paradies bezieht: „Memento homo, quia pulvis es et in pulverem reverteris“. („Mensche gedenke, dass du aus Staub bist und wieder zu Staub wirst“).

Traditionell ist der Aschermittwoch auch der erste Tag in der Fastenzeit, an dem man auf üppiges Essen, vor allem Fleisch und Eier, verzichten sollte. Als Alternative boten sich hierbei Fischspeisen an: in Tirol bevorzugte man in früheren Zeiten etwa das weit verbreitete Stockfischgröstl. Seit den letzten Jahrzehnten hat sich in Folge des Fleisch“verbotes“ ein eigener „Brauch“ entwickelt, der mit dem kargen Fastenessen eigentlich nichts mehr zu tun hat. Allgegenwärtig ist – ob nun bei privaten Zusammenkünften oder im Gasthaus – der Heringschmauß. In gewisser Weise zögert man die nun kommenden Fastentage hinaus, indem man sich noch einmal an lukullischen Fischköstlichkeiten in geselliger Runde labt.