Lebendige Tiroler Krippenlandschaft

Untrennbar mit dem Weihnachtsfest sind in Tirol die Weihnachtskrippen verbunden. Aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, von lebensgroß bis in Miniaturform, findet man sie in Privathäusern, in Kirchen und Kapellen bzw. an öffentlichen Plätzen. Der Krippenaufbau erfolgt meist in der Zeit um den Hl. Abend, aufgestellt bleiben sie - nach alter Tradition - bis Maria Lichtmeß am 2. Februar.

Der Ursprung der Weihnachtskrippe wird oftmals der Weihnachtsfeier des Hl. Franziskus zugeschrieben, der 1223 vor einer Futterkrippe mit Ochs und Esel eine Predigt hielt. Es handelte sich damals um eine Art mystischen Akt, der eindringlich das Weihnachtswunder versinnbildlichen sollte. Wesentlicheren Einfluss auf die Ausgestaltung der Weihnachtskrippe hatten jedoch der Brauch des Kindlwiegens und Weihnachts(schau)spiele. Beim Brauch des Kindlwiegens nahm man ein "Christkind" in Form einer Puppe und wiegte es während der Mitternachtsmette. Der Ausgangspunkt dieses Brauches ist in den Frauenklöstern zu sehen, in späterer Zeit "schützte" man das Christkind in dem man es in einen kleinen Holzkasten mit einem Drahtgitter legte. Vorbild für die Weihnachtskrippe waren auch die Weihnachtsspiele, die man seit dem späten Mittelalter in den Kirchen aufführte. Das Weihnachtswunder der Geburt Christi wurde mit zusätzlichen szenischen Darstellungen wie die Anbetung der Hirten, die Verkündigung oder das Kommen der Hl. Drei Könige bildlich inszeniert.

Die ältesten Krippen in Tirol sind sogenannte bekleidete Krippen, wo die Krippenfiguren als Gliederpuppen mit Wachs- oder Holzköpfen gestaltet sind. Die prachtvollen Gewänder aus Samt oder Brokat versah man mit opulenten Zierrat in Form von Stickereien und Goldbändern. Im 18. Jahrhundert kamen zunehmend die bis heute so beliebten geschnitzten Krippen auf. Eine billige Variante stellen die Papierkrippen dar, bei denen man die auf Bögen gedruckten Figuren ausschneiden und z.T. auch selber bemalen kann. Fast lebensgroß sind die bunt bemalten Bretterkrippen, die man nach dem Vorbild der österlichen Hl. Gräber gestaltet.