Schwaz/Musik
Eine 5000 Jahre alte goldene Stierkopf-Lyra aus dem sumerischen Ur wird nachgebaut - ein Projekt des Harfenbauers Norbert Maier aus Schwaz, der sich damit einen Traum erfüllt. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Tüftelei im Alleingang, denn der Instrumentenbauer holte sich drei weitere Spezialisten an die Seite und gemeinsam erfreut man sich über das mittlerweile nahezu fertige Instrument, das in Kürze in Wien ausgestellt und zu sehen sein wird.
Ur war eine bedeutende sumerische Stadt – vor 3000 Jahren. Die im heutigen Irak gelegene Stadt hat durch bedeutende archäologische Ausgrabungen auf sich aufmerksam gemacht. In den so genannten Königsgräbern von Ur fanden sich kostbarste Grabbeigaben u.a. auch Musikinstrumente. Die Stierkopf-Lyra aus Ur befand sich bis zum Jahr 2003 im Nationalmuseum von Bagdad. Nach einem Sturm auf das Museum verschwanden zahlreiche Objekte, einige fanden sich am Schwarzmarkt wieder, andere wurden zerstört. Wie die Lyra. Die Nachricht über den Vandalenakt drang nach Tirol und ließ Harfenbauer Norbert Mayer nicht mehr los. Er suchte sich Partner und legte los - der Beginn eines internationalen Friedensprojekts.
Bei dem Instrument handelte es sich um eine erlesene Kostbarkeit, es besteht aus vergoldetem Zedernholz und ist mit einem geschnitzten Stierkopf und einem Mosaik verziert. Die Saiten aus Schafsdärmen werden so gestimmt, dass sie so wie vor 5000 Jahren klingen, das Team um Norbert Maier sorgt dafür, dass alles auch so aussieht wie im Original. Mohamad, ein begnadeter irakischer Künstler, ist mit dem Mosaik beschäftigt. Dazu muss er in diffiziler Kleinarbeit 3000 Teilchen aus Perlmutt, Lapislazuli und rotem Marmor ausschneiden, schleifen und einsetzen. Peter, Goldschmied aus Tirol, sorgt für die Vergoldung – keine Blattvergoldung wie auf diversen Barock-Ornamenten, sondern mit dünnen Blechen aus massivem Feingold. Filip, Bildhauer aus dem Grödnertal, nimmt sich des krönenden Stierkopfes an.
Der Reiz der Anfertigung ist ein Teil des Projekts. Ein nicht minder wichtiger Aspekt besteht in der Schenkung der goldenen Lyra an das irakische Volk. Irgendwann wird doch Frieden in diesem wunderbaren Land herrschen, so die Hoffnung von Norbert Maier, dann wird die Lyra in einem offiziellen Akt in den Irak gebracht. Doch vorerst wird sie ab Ende Jänner im Gebäude der OPEC (nahe der Wiener Börse) zu sehen sein, weitere Ausstellungsorte innerhalb Tirols sind in Planung. Genauso wie Konzerte.
www.elvenkings-harp..at