Walder Fastnacht

Arzl im Pitztal ist eine der Fastnachtshochburgen im Tiroler Oberland. Neben dem Singeslerlaufen gehört auch die traditionelle Walder Fastnacht (Wald ist ein Ortsteil von Arzl) zum närrischen, aber gut durchorganisierten Festrepertoire der Gemeinde.

Wenn man das Walder Fastnachts“fieber“ kennt, weiß man, dass von den ca. 570 Einwohnern in irgendeiner Form alle in das Brauchgeschehen involviert sind. Schon Monate vor dem Umzug gilt es sich entsprechend vorzubereiten: die Kleider müssen (von den Frauen) genäht bzw. ausgebessert, die Fastnachtswägen gebaut und die diversen Aufführungen wie Musik oder Tanz eingeübt werden. Vom äusseren Erscheinungsbild sind Ähnlichkeiten mit dem Imster Schemenlaufen nicht von der Hand zu weisen: auch in Wald bilden Roller und Schallner (Scheller) die Hauptfiguren. Ein wesentlicher Unterschied besteht aber in der eigentümlichen Schrittfolge beim Tanz, dem sogenannten Gangl. Natürlich dürfen auch in Wald die Hexen mit ihrer Musik nicht fehlen. Die Hexen tragen alte Frauenkleider und eine Schnapplarve (= „G’schnapp“) mit separatem Kinnstück. Kinder bilden mit ihren alten Instrumenten, die zudem „falsch“ gespielt werden, die Hexenmusik, die den Hexentanz begleitet.

Zu den Ordnungsmasken, die den Weg für den Umzug frei machen, zählen u.a. die traditionellen Figuren der Sackner mit ihrem Stoffball, die Spritzer (in facettenreichen Kostümierungen) mit ihrer Wasserspritze die Kübelemajen und Bären. Nicht zu vergessen ist der aus den Volkserzählung bekannte Waldmann, der ein Kostüm aus Tannenreissig (= Pfetschen) und Baumbart trägt. Die Fastnachtswägen stehen jedes Mal unter einem bestimmten Motto: der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt: von historischen Begebenheiten bis hin zu aktuellen Geschehnissen. Und wer den neuesten „Dorftratsch“ genüsslich in Ruhe lesen möchte, dem sei die von den Laberern verkaufte Faschingszeitung „Ratschkatt’l“ ans Herz gelegt. Mit dem Betläuten um 18.00 Uhr endet der traditionelle Umzug – aber nicht die Walder Fastnacht. Am darauffolgenden Montag wird „dorfintern“ gefeiert: ohne Larven mit viel guter Laune und Schabernack.