Krampus! - Der höllische Begleiter des Hl. Nikolaus

Wer sich in den ersten Dezembertagen auf die Straße wagt, dem bleibt heutzutage eines nicht erspart: die Begegnung mit dem Krampus; oder besser: die Begegnung mit zahllosen „Kramperln“. Den Nikolaus wird man bei diesen humorvoll-schreckhaften Auftritten allerdings oft vergeblich suchen. Seinen Termin hat er meist erst am 5. Dezember.

Wann der Krampus (und seine zahlreichen Kollegen Knecht Ruprecht, Klaubauf, Bartl, Butzen-Percht etc.) erstmals den hl. Nikolaus begleitet haben, ist in der volkskundlichen Forschung bis heute noch nicht ganz geklärt. Erste szenische Auftritte des „Teufels“ in der Advent- und Weihnachtszeit können allerdings schon ins 15. Jahrhundert datiert werden. Lange wird da der von Haus zu Haus ziehende Nikolaus wohl nicht auf seine Begleiter warten haben müssen. Das Duo Nikolaus und Krampus entsprach dabei ganz der Pädagogik damaliger Zeiten. Obwohl der Nikolaus zunächst als Personalunion von Belohnendem und Strafendem/Mahnendem startete, konnte der Krampus als wahrlich höllischer Geselle neben ihm eine gute Figur machen. Die Folge war, dass der hl. Nikolaus immer mehr zur lichten und fast ausschließlich guten Figur mutierte - den Part des Strafenden konnte er ja sehr gut seinem Kollegen überlassen.

Die Kombination Nikolaus / Krampus funktionierte über Jahrhunderte einwandfrei. Erst die Pädagogik der letzten Jahrzehnte schloss dem Krampus immer häufiger die Türen zu unseren Kinderzimmern. Als ob er sich quasi dafür rächen wollte, vermehrte sich der Krampus dafür ungehindert auf öffentlichen Straßen und Plätzen. In ganzen Horden zieht er heutzutage umher - oft lange vor dem eigentlichen Termin am 5. Dezember. Und als ob er auch seinem immer noch in den Stuben aus- und eingehenden Partner eins auswischen wollte, verzichtet der Krampus weitgehend auf den hl. Niolaus. Die Folge ist, dass die Auftritte immer teuflischer und schreckenerregender werden. Die Brauchträger versuchen sich von Jahr zu Jahr immer mehr zu überbieten - sei es in ihrem Gehaben selbst, oder aber in der Anzahl, in der sie ihr Unwesen treiben.