Von blühenden Zweigen und dem Bergbau - Hl. Barbara

Der Volksglauben besagt, dass man am Patronatstag der Hl. Barbara, dem 4. Dezember, Zweige vom Kirschbaum abschneiden soll. Diese gibt man in eine mit Wasser gefüllte Vase und stellt sie an ein warmes Plätzchen. Wie durch ein Wunder sollen dann am 24. Dezember die Zweige zu Blühen beginnen.

Diese Volksglaubensvorstellung beruht auf einer Legende, die im Zusammenhang mit dem Leben und Sterben der Heiligen steht. Barbara bekannte sich zum Christentum und zog sich so den Hass ihres Vaters zu, der ein unverbesserlicher Christenhasser war. Er ging sogar so weit, dass er seine eigene Tochter anklagte. Sie mußte viele Martyrien erleiden und wurde zum Tode verurteilt. Auf dem Weg zur Hinrichtung, so die Legende, verfing sich ein Kirschzweig im Kleid der Heiligen und als sie starb, stand der Zweig in voller Blüte. In der Überlieferung heisst es dazu: "Du schienst wie tot. Aber du bist aufgeblüht zu schönerem Leben. So wird es auch mit meinem Tod sein. Ich werde zu neuem, ewigem Leben aufblühen!" Das wundersame Aufblühen der Zweige zu Weihnachten soll auf die Geburt Jesu Christi verweisen, auf sein Kommen mit dem die Erlösung der Menschen beginnt.

Die Hl. Barbara ist in Tirol sehr beliebt - viele Kirchen und Kapellen sind ihr geweiht. Sie zählt auch zu den Vierzehn Nothelfern, die man in jedweder Notlage um Hilfe bittet. Grosse Verehrung erfuhr die Heilige vor allem in den Tiroler Regionen mit Bergbau. Denn sie gilt als Patronin der Bergleute, eine Zuständigkeit, die wiederum auf einer Legende beruht. So soll sie auf der Flucht vor ihrem Vater, Zuflucht in einem sich öffnenden Felsen gefunden haben. Alljährlich gedenken Bergbauvereine ihrer Patronin mit eigenen Feiern und Hl. Messen.