Faschings- und Fastnachtsausklang

(Fast) alles hat ein Ende – auch der Fasching bzw. die traditionelle Fastnacht. Vor dem Beginn der Fastenzeit kann man sich also noch einmal richtig gehen lassen – mit allerlei Lustbarkeiten. Aber dann heißt es Abschiednehmen. Und dieses „Ende“ wird in Tirol auf mehrere Weisen zelebriert.

In fast allen Tiroler Gemeinden und Städten geht es am Faschingsdienstag hoch her. Egal ob auf den Strassen, in den Gasthäusern oder auf den Skipisten – zum letzten Mal trifft man auf diverse kostümierte Gestalten, die nach Lust und Laune, mehr oder weniger ausgelassen, feiern. Eine besondere Form sich vom Fasching zu verabschieden ist das „Faschingverbrennen“: eine personifizierte Fastnachtsfigur oder ein Symbol des Faschings wird unter großer Anteilnahme verbrannt. Diese Brauchform ist im gesamten mitteleuropäischen Raum verbreitet. Der Grundgedanke hinter diesem öffentlichen Verbrennen beruht wohl weitgehend auf der mittelalterlichen Rechtsauffassung, wo man alles „Teuflische“ anzündete.

Fern dieses vergangenen Gedankengutes zeigt sich das gegenwärtige Faschingverbrennen als gesellschaftliches Ereignis, das auf theatralische Art und Weise das Ende einer intensiven Brauchphase symbolisiert. Neben dem Verbrennen findet man in Tirol auch häufig das Vergraben einer personifizierten Fastnachtsfigur. Die Fastnachtsfigur (z.B. der Naz beim Telfer Schleicherlaufen) wird unter (ernst gemeintem) Wehklagen verabschiedet und unter die Erde gebracht. Auch wenn nicht überall in Tirol der Fasching bzw. die Fastnacht auf derart dramatische Art und Weise beendet wird – gefeiert wird noch einmal überall. Reizvoll sind hier vor allem die Faschingsumzüge in den Dörfern und Städten, wo man auf den diversen Fastnachtswägen die der Fastnacht zugrundeliegende Narrenidee wahrhaftig miterleben kann.