Axamer Wampelerreiten

Ein ganz besonderer Brauch in der Tiroler Fastnachtslandschaft ist das Axamer Wampelerreiten. Von nah und fern trifft man sich zum großen Umzug, um die seltsam anmutenden Wampeler zu bewundern, die Geschichte über den Axamer Bock zu hören und das bunte Fastnachtstreiben auf den Festwägen mitzuerleben.

Die Hauptfiguren dieser Fastnacht im Mittelgebirge sind die namengebenden »Wampeler«: »wampat« bzw. »wampet« bedeutet im Tiroler Dialekt sehr dick zu sein. Und dementsprechend präsentieren sich auch diese Gestalten. Sie tragen über einer einfachen Hose (heute meist Jeans) einen kurzen roten Kittel, einen breiten Ledergurt und ein weißes Leinenhemd. Dabei sind Ärmel, Brust- und Rückenteil mit Heu oder Stroh prall ausgefüllt. Während des Festumzuges tragen die Wampeler noch schöne Holzlarven und schwarze, kegelförmige Wollhauben, die sie vor dem Brauch des »Reitens« aber ablegen. Und dieses »Reiten« hat es wahrlich in sich: in gebückter Haltung schleichen sich die Wampeler durch die Gassen, wobei immer wieder Gefahr aus dem Publikum droht. Denn wagemutige Burschen versuchen die Wampeler mit »kunstfertigen« Griffen auf den Rücken zu werfen. Die Wampeler halten in ihren Händen einfach Stöcke, die aber nicht der schlagkräftigen Abwehr sondern dem Gleichgewicht dienen. Eigene Ordner achten aber darauf, dass dies alles ohne allzu große Verletzungen abläuft. Solange aber die Wampeler mit ihren Rücken zu einem Zaun oder einer Hauswand stehen, dürfen sie nicht »geritten« werden. Dreimal ziehen sie durch die Gassen des Dorfes - ein Brauch der von den Akteuren Ausdauer und Kraft verlangt. Am Abend feiert man dann denjenigen der Wampeler, dessen Rücken am wenigstens beschmutzt ist. Neben den in Tirol einzigartigen Wampelern bietet das Fastnachtstreiben in Axams auch den Auftritt eines besonderen Tieres: des Axamer Ziegenbockes. Dieser soll - so die Volksüberlieferung - u.a. immer wieder seinen Stall verlassen bzw. jede Menge Kitzlein gezeugt haben und schließlich als Teufel erschienen sein. Daher arrestierte man ihn und gab ihm Nudeln und Heu zu essen um herauszufinden, ob er der Teufel (dann würde er die Nudeln verzehren) oder ein einfaches Tier (dann würde er das Heu fressen) sei. Der Axamer Bock fraß zuerst die Nudeln, dann das Heu und somit weiß man bis heute nicht, wer er wirklich war.