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Fürstliche Leidenschaften

13.06.2012

Innsbruck/Ausstellung

Dem wertvollen Elfenbein galt ihre spezielle Leidenschaft. Kurfürst August von Sachsen und der in Schloss Ambras residierende Erzherzog Ferdinand II. waren große Kunstkenner. Beide trugen Mitte des 16. Jh. Kunstwerke und Kuriositäten verschiedenster Art zusammen und begründeten jeweils spektakuläre Sammlungen.

Die kurfürstlich sächsische Kunstkammer in Dresden, das Grüne Gewölbe, zählt gemeinsam mit der Ambraser Kunstkammer zu den frühesten Sammlungen ihrer Art. Als eine der reichsten Schatzkammern Europas genießt das Grüne Gewölbe eindeutig Weltruf. Erstmals werden in Schloss Ambras rund 65 ausgewählte Kunstkammerschätze aus dem Grünen Gewölbe, der Rüstkammer und anderen Beständen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gezeigt.

Der besondere Reiz der Ausstellung liegt darin, die kurfürstlich-sächsischen Kostbarkeiten mit jenen des Habsburgers zu vergleichen und so werden sorgfältig ausgewählte Stücke der Ambraser Kunstkammer jenen aus Dresden unmittelbar gegenübergestellt. Auf diese Weise findet eine Begegnung der schillernden Herrscherpersönlichkeiten statt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den jeweiligen fürstlichen Sammlungen werden deutlich hervorgehoben. August und Ferdinand unterhielten eine persönliche Beziehung und einen regen Austausch, der sich anhand von erhaltenen Geschenken und einer reichen Korrespondenz dokumentiert.

Unter den in Schloss Ambras gezeigten Objekten findet man kostbare Goldschmiedearbeiten aus dem persönlichen Besitz des Kurfürstenpaares August und seiner Gemahlin, der dänischen Königstochter Anna, etwa ein Schmuckgürtel mit 35 Lapislazulikugeln und den Namensinitialen „A“ oder die mit dem sächsischen und dänischen Wappen auf künstlerischhöchst raffinierte Weise gestalteten Hinterglaspokale und das originale Bräutigamskleid, das August bei seiner Hochzeit mit Anna von Dänemark 1548 trug; Prunkgefäße aus dem besonders kostbaren sächsischen Edelserpentin werden ebenso zu bestaunen sein wie Korallenschalen und -bestecke, Bergkristallobjekte sowie Pokale aus Nautilus und Straußenei. Ein Königswerk der Ausstellung ist die von Giambologna signierte Bronzegruppe Nessus und Deianira, die Christian I. 1590 als diplomatisches Geschenk von Großherzog Cosimo I. de Medici aus Florenz erhielt.

"Dresden & Ambras. Kunstkammerschätze der Renaissance", 14. Juni – 23. September

www.khm.at/ambras

Vom 30.7. bis 2.9. zeigen das Kunsthistorische Museum, Schloss Ambras und der Kunstverein Peter Willburger anlässlich des 70. Geburtstag des Künstlers die Ausstellung “Fuge & Quod Libet”. In deren Zentrum steht das Eingangstor zur Bauernrüstkammer des Schlosses, das Willburger noch vor seinem Tod fertig stellte.

Bilder
Daten und Fakten:
Region
Tirol
Ort
Innsbruck