erbe.kulturraum sölden, Ausstellung »andenken einpacken. souvenirs in sölden«
Den kleinen Dingen, die Touristen von ihren Reisen mit nach Hause nehmen, widmet der erbe. kulturraum sölden seine diesjährige Sommerausstellung. Von 24. Juli bis 31. Oktober 2012 lautet das Motto dort „andenken einpacken. souvenirs in sölden“.
Seit es Reisende gibt, gibt es auch Reiseandenken: transportable Gegenstände, die für die bereiste Region typisch sind oder zumindest für den Reisenden eine tiefere Bedeutung haben. Zum Souvenir werden sie, indem sie den Weg von der Urlaubsregion in die Heimat der Reisenden zurücklegen und die Erinnerung an den Ort, aus dem sie kommen, auch in der Ferne wach halten. In der Ausstellung in Sölden wird das Thema Souvenirs unter diesem und vielen anderen Aspekten betrachtet. Wie Andenken hergestellt wurden und werden, ist dabei ebenso wichtig, wie die Frage, welche Gefühle sie transportieren, oder die Tatsache, dass manche Souvenirs unfreiwillig einen Ortswechsel vollziehen.
Typisch für Tirol
Vor allem mit dem Aufkommen des Massentourismus nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich ein ganzer Wirtschaftszweig, der auf die Erfindung, Produktion und den Vertrieb von Souvenirs spezialisiert war und ist. „Tiroltypische“ Andenken – eigentlich jedoch Erfindungen, die dem Geschmack der Gäste entsprechen sollten – fanden auch rasch reißenden Absatz. Berühmte Beispiele dafür sind die Meckis von Gustav Peter oder Miniaturskischuhe der Firma Riml & Co., die bis in die 1970er-Jahre von Heimarbeiterinnen in Inzing bzw. Hall hergestellt wurden.
In die Ferne – aus der Ferne
Andenken wie diese und viele andere Dinge gelangten in den letzten Jahrzehnten von Tirol in alle Weltgegenden. Im erbe. kulturraum sölden wird ihr „Weiterleben“ in der Ferne mithilfe von Schnappschüssen der Sölder Stammgäste dokumentiert. Umgekehrt fanden auch etliche Souvenirs ihren Weg aus den Herkunftsländern der Gäste nach Sölden – zur Freude der Sölder Gastgeber, die den Zinntellern, Bierkrügen und anderen Symbolen der jeweiligen Regionen gerne einen Platz in den Fremdenzimmern, Büros und Frühstücksräumen einrichten.
Erinnerungen und Erinnerungsstücke
Historische Ton- und Bilddokumente sowie eigens für die Ausstellung geführte Interviews dokumentieren filmisch und in Hörstationen die Geschichte der Souvenirs. Aber auch Andenken aus früheren Zeiten und Gegenstände, die nahezu jeder als Souvenir wahrnimmt, finden sich in der Ausstellung: kleinen Plastikfernseher etwa, in denen sich Minidias aus Sölden verbergen, oder Schneekugeln mit Trachtenpärchen. Vieles lässt sich angreifen und weckt Reminiszenzen an frühere Zeiten, anderes – wie das Thema der „gestohlenen“ Souvenirs – ist mit einem Augenzwinkern erzählt. Sehenswert ist die Ausstellung aber vor allem auch deshalb, weil sie bei aller Buntheit und Nostalgie, die man mit Souvenirs verbindet, auch viel Geschichte und viele Geschichten rund um die netten Mitbringsel erzählt.
andenken einpacken. souvenirs in sölden
erbe. kulturraum sölden
Raiffeisenbank Sölden
Dorfstraße 88
6450 Sölden
http://www.andenken-einpacken.at
24. Juli bis 31. Oktober 2012
Öffnungszeiten: Mo–Fr 8:00–12:00/14.30–17:00 und bei Abendveranstaltungen