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Innsbruck/Architektur & Design, Ausstellung 19. April - 15. Juni 2013

Beim Wort „Pneu“ denkt man an Autoreifen. Eine lückenhafte Sichtweise. Mit der Ausstellung "Splined Spheres" im aut (architektur und tirol) beweisen Ursula Klein und Valentine Troi was sich aus den Werkstoffen Pneu und splineTEX machen lässt. Eröffnung ist am 18. April.

Im Zentrum der kommenden Ausstellung im Innsbrucker aut stehen zwei Frauen: Valentine Troi und Ursula Klein. Beide sind Unternehmerinnen, die über ein geradezu  explosives Erfinder-Potential verfügen und somit jegliches Klischee von der männlich dominierten Welt der Technologie widerlegen. Troi, Architektin und Wissenschaftlerin, entwickelte am Institut für experimentelle Architektur der Universität Innsbruck eine neuartige, mittlerweile patentrechtlich geschützte Leichtbau-Werkstofftechnologie namens splineTex. Der Werkstoff auf Basis von Kohle-, Glas-, Basalt – oder Hanffasern kann im weichen Zustand, in dem er sich in etwa wie ein Gartenschlauch verhält, einfach in die gewünschte Form gebracht werden, bevor er gehärtet wird. Für Architekten, Designer, Sportgerätehersteller, Möbel- oder Autobauer aber auch für Weltraumforscher ein überaus reizvolles Verhalten.

Recht ähnlich liegen die Dinge bei dem von Ursula Klein herangezogenen Werkstoff, dem Pneu. Auch diese Folien sind in der Verarbeitung weich und nehmen erst in weiterer Folge eine stabile Form an. Mit diesem Material spezialisierte sich ihr Unternehmen auf die Herstellung aufblasbarer Objekte und Möbel, selbst Räume lassen sich durch das Aufblasen solcher Folien entstehen. Der große Reiz, so Klein, besteht in der umfassenden Veränderung der Pneus, der verschweißten Folien, durch das Befüllen mit Luft: aus einem „kleineren oder größeren Materialberg“ wird etwas vorher Ungeahntes.

Die Ausstellung im aut bietet Troi und Klein die Möglichkeit, einerseits autonome Arbeiten zu zeigen aber auch gemeinsame Konstruktionen, wie etwa raumübergreifende Installationen, die die Leistungsfähigkeit der jeweils angewandten Materialien, Pneu und splineTEX, verdeutlichen und das konstruktive und gestalterische Potenzial aufzeigen, das in der Kombination dieser beiden Werkstoffe liegt.

In einer innerhalb der Ausstellung eingerichteten Werkstatt darf sich der Besucher selbst von der Vielfältigkeit der Materialien überzeugen, deren Herstellung per Film verdeutlich wird. Kindern und Jugendlichen wird eine spezielle Pneuwerkstatt eingerichtet, in der man selbst probieren, testen und ungewöhnliche Raummodelle kreieren kann.

Am 13. Juni findet im aut ein Vortrag von Valentine Troi und Ursula Klein statt. Mit der Ausstellung führt das aut den diesjährigen Schwerpunkt zum Themenkreis Konstruktion, Material und Form weiter.

"splined spheres", 19 april bis 15. Juni 2013

www.aut.cc