Vom Haus zum Museum

Schwaz/Austellung/Ethnologie

Als Haus der Völker errang es seine Bekanntheit. Nach dem einjährigen Umbau begeistert es nun als Museum der Völker das ganze Land.

Gert Chesi, Journalist, Fotograf und leidenschaftlicher Sammler, ist zu Recht Stolz. Der vom Architekten Peter Mayrhofer geplante Museums-Neubau, der an das Kloster St. Martin, die Herberge des bisherigen Hauses für Kunst und Ethnographie, nach Art einer Teleskopbrücke angedockt wurde, entspricht den Vorstellungen. Allüren- und gänzlich Fensterlos präsentiert sich der weiße Baukörper. Durch die fehlenden Fenster entsteht im Inneren des Museums ein höhlenartiger Charakter, der zweifellos gewünscht war und den Besucher in andere, meist unbekannte Welten versetzt und ihn mit afrikanischen und asiatischen Kulturen konfrontiert, die vielfach bereits Vergangenheit sind. Die heimische Außenwelt bleibt außen vor, nichts davon dringt ins Innere und lenkt vom Gezeigten ab. 1000m2 stehen Museumsdirektor Chesi nunmehr zur Verfügung, keine ganz geringe Fläche, doch es galt auch eine Unmenge von Objekten unterzubringen, zumal zu den 1000 Exponaten der eigenen Sammlung, nun auch noch die der Sammlung Hanns und Christof Schell und die der Kathrin und Andreas Lindner Stiftung kommen.

Der Besucher begegnet u.a. ostasiatischen Göttern, Buddhas, Herrscherfiguren, Figuren der geheimnisvollen nigerianischen Nok-Kultur, Voodoo-Masken, Grabbeigaben und Kultgegenständen. Um den Reiz am Museum zu bewahren wird sich dieses immer wieder verändern. Auch will man sich verstärkt den Sonderausstellungen widmen. 50 solcher Sonderausstellungen gab es im alten Haus in den vergangen Jahren, in Zukunft sollen es noch mehr werden. Damit will man, so Gert Chesi, verstärkt Besucher von auswärts anlocken. Die Eröffnungs-Ausstellung ist den „Geistermasken aus Thailand“ gewidmet und ist bis zum 13. Oktober zu sehen.

Entstanden ist das Haus der Völker aus der Not, aus Platznot. Denn der 73jährige Gert Chesi ist ein Reisender und obendrein Sammler. Seine erste Reise führt ihn mit 19 Jahren in den Sudan, von dort stammen die ersten Objekte. Irgendwann mangelte es Chesi im eigenen Haus an Platz und so eröffnete er 1995 ein Museum, das Haus der Völker, das er 17 Jahre lang leitete. Nunmehr ist das „alte“ Haus in das neue Museum übergegangen. Da sich Chesi keineswegs als „Sesselkleber„ versteht, wäre es sein Wunsch, das Museum dem Kulturverein zu übergeben um sich selbst wieder einer seiner Lieblingsbeschäftigung zu widmen – dem Reisen. 

www.museumdervoelker.com

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Daten und Fakten:
Region
Schwaz
Ort
Schwaz