Brauchtum in der stillsten Zeit

Kitzbühel/Brauchtum/Ausstellung

Mit der Sonderausstellung „Weihnachtsbräuche in den Alpen“ zeigt das Museum Kitzbühel, dass Weihnachten wohl das prächtigste volkstümliche Fest des Jahres ist an dem man auf eindrucksvolle Weise erleben kann, was Brauchtum ist und einstmals war. Vom 30. November 2013 bis 06. Jänner 2014.

Es war ein langer, nicht ganz reibungsloser Weg bis das strahlende Fest das geworden ist, was es heute ist. Erst vor etwa 400 Jahren entwickelte sich Weihnachten, eher mühsam und langsam,  zum Familienfest. In unseren Breiten war überhaupt erst im 19. Jh. davon zu hören. Die Wurzeln liegen aber tief und reichen weit zurück ins Altertum, in die Zeit des heidnischen Mittwinters.

Mittwinterlicher Brauchtumskreis

Und wenn man schon mitten im Thema ist, muss man natürlich auch über den Advent sprechen, über den Nikolaus und die bewegten Rauhnächte, den Tag der Unschuldigen Kinder und dann natürlich Silvester, Neujahr, Dreikönig und Lichtmess erwähnen. Eine nicht enden wollende Abfolge von Begebnissen und Begegnungen mit höchst unterschiedlichen Figuren des mittwinterlichen Brauchtumskreises. Betrachtet man diesen näher, fallen einem nicht wenige Widersprüchlichkeiten auf: Der ehrwürdige Nikolaus befindet sich in düsterer Begleitung, der strahlende Christbaum - wie der Namen schon sagt Symbol eines christlichen Festes - hat seine Wurzeln im protestantischen Glauben, wie überhaupt der Advent mit seinen schillernden Bräuchen im Grunde gar nicht die stillste Zeit des Jahres darstellt. Bräuche sind etwas über die Jahrhunderte gewachsenes, haben sich immer wieder überschnitten und wurden durchdrungen und beeinflusst von unterschiedlichen Glaubensvorstellungen und Kulturkreisen. 

Krippen

Aufgrund der protestantischen Wurzeln des Christbaumes, kreist speziell in Tirol das weihnachtliche Geschehen bis zum 20. Jh. um die Krippe. Und obwohl mittlerweile der Baum die Krippe etwas in den Hintergrund gedrängt hat, erfreut man sich heute noch an der bildlichen Darstellung des Stalles mit dem Jesuskind, Maria, Josef, Ochs und Esel. Ihren Ursprung haben die Krippen in den Mysterienspielen, die wiederum auf das heute nicht mehr allzu bekannte „Kindlwiegen“ zurückreichen. Die alpenländische Weihnachtskrippe hat eine lange, bewegte Tradition. Ihre Ausgestaltung erlebte im Barock ihre Hochblüte. Aus dieser Epoche stammen die prächtigsten Krippen, in denen sich tiefes religiöses Empfinden mit reichlich bodenständiger Phantasie vermengt.

Sonderausstellung

Weihnachtskrippe, Christbaum, Klosterarbeiten oder Jesukindlein sind nur einige von zahlreichen Exponaten, mit denen in der diesjährigen Weihnachts-Sonderausstellung des Museums Kitzbühel alte und bis heute gepflegte Advent- und Weihnachtsbräuche vorgestellt werden. Da trifft man auf „Bekannte“ wie etwa den Nikolaus, den Krampus und die Anklöpfler oder auf verschiedenste Formen des Weihnachtsgebäckes. Gleichermaßen ins Licht gerückt werden heute nicht mehr oft praktizierte Bräuche wie das „Frauentragen“ oder die „Hauslehr“.

Rahmenprogramm

An den Adventsamstag um 17 Uhr und Dienstag 24. Dezember um 15:00: Weihnachtsmärchen für Kinder und Erwachsene erzählt von Uschi Krabichler

Samstag, 21. Dezember ab 16 Uhr: Hanni Huber von der Kitzbüheler Kunsthandwerkstätte führt Techniken der Klosterarbeiten vor.

Donnerstag, 26.12.13 und 2.1. 2014 18 Uhr: Führung durch die Ausstellung „Weihnachtsbräuche“ mit anschließender Besichtigung der Sammlung Alfons Walde.

Info: „Weihnachtsbräuche in den Alpen“, Museum Kitzbühel, 30. November 2013 – 06. Jänner 2014.

www.museum-kitzbuehel.at

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Daten und Fakten:
Region
Kitzbühel
Ort
Kitzbühel