Ausgezeichnete Holzbauten

Innsbruck/Architektur

Am 29. Jänner wurde er zum fünften Mal vergeben - der Holzbaupreis Tirol 2015, um den sich heuer mit 125 Einreichungen in sieben Kategorien mehr denn je bemühten.

Der Verein proHolz Tirol lud gemeinsam mit der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg zur Einreichung hervorragender Projekte für den „Holzbaupreis Tirol 2015“ ein. Dabei konnten in Tirol realisierte Projekte oder von Tiroler Firmen und Planern im Ausland realisierte Objekte eingereicht werden. Eine Nominierung resp. eine Auszeichnung gabs dann, wenn das Holz materialgerecht, innovativ wie auch wirtschaftlich, ökologisch und energetisch sinnvoll zum Einsatz kam und das architektonische Gesamtkonzept stimmig war. Dieser Anforderung entsprachen beachtlich viele Projekte: Aus den 125 Einreichungen gingen 36 Nominierungen, davon vier Auszeichnungen und sieben Anerkennungen hervor.

Eine der Auszeichnungen in der Kategorie Wohnbau erhielt das Einfamilienhaus Glatzl/Krismer (Architektur teamk2) in Natters. Das Gebäude führt vor Augen, was im Holzbau in Bezug auf Energieeffizienz und Ressourcenschonung heute möglich ist. Außen besticht es durch die über das Steildach gezogenen Lärchenschindeln, im Inneren wird mit vier heimischen Holzarten variantenreich gespielt.

Das Gradonna Mountain Resort in Kals (Architektur Arge Reitter-Strolz) verkörpert für die Jury eine "zeitgemäße Interpretation alpiner Architektur ohne Klischees und Versatzstücke" und wurde in der Kategorie Gewerbliches Bauwerk ausgezeichnet. Bei der Planung des Chalet-Hotels verzichtete man bewusst auf touristische Klischees und vordergründige Gestaltung, dafür wird die Natur in der Materialwahl und in den Sicht­bezügen von Innen- und Außenraum im hohen Maß einbezogen.

Wie innovativ Holzbau in Tirol ist, beweist die Firma Unterrainer in Ainet. Die dort geborene Idee der gebogenen Brettsperrholzelemente bedeutet für den Holzbau eine eminent wichtige Weiterentwicklung. Natürlich kam das gebogene Brettsperrholz auch bei der Errichtung der eigenen Werkshalle in Ainet (Planung Holzbau Unterrainer) zur Anwendung. Die 1.200 m2 große Halle wurde in nur acht Tagen montiert und auf Grund seiner "kreativen Planung und der Weiterentwicklung der Anwendung von Brettsperrholz" mit einer Auszeichnung bedacht.

Das 1698 errichtete Felixe Minas Haus ist eines der letzten Denkmäler bäuerlicher Kultur im Tannheimer Tal. Vor rund fünf Jahren übernahm Architekt Richard Freisinger die Generalsanierung des Wohn- und Wirtschaftstraktes und fügte einen mit einer mechanisch versenkbaren Glasfront ausgestatteten Neubau an. Heute ist Felixe Minas Haus ein Beispiel für die Adaptierbarkeit und Ertüchtigung historischer Holzbauten in Verbindung mit einer neuen, zeitgemäßen Nutzung.

Sämtliche Ergebnisse des Holzbaupreises Tirol 2015 sind in einer Publikation dokumentiert, die über proHolz Tirol kostenlos zu beziehen ist.

Info: www.proholz-tirol.at

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Daten und Fakten:
Region
Innsbruck
Ort
Innsbruck