Zu Tisch im Schloss

Innsbruck/Ausstellung

Im Frühling erhalten Besucher auf Schloss Ambras Einblick in eine Epoche der hochherrschaftlichen Tafelkultur. Die Sonderausstellung "Fürstlich Tafeln" läuft bis 31. Mai 2015.

Speis und Trank führt die Menschen zusammen und bildete seit jeher ein Motiv dafür, sich gelegentlich dem alltäglichen Geschehen zu entziehen und sich gesteigerter Lebensfreude hinzugeben. Vor allem Feiertage sind ohne festliches Mahl undenkbar. Die Bedeutung der Herstellung von Speisen stieg im Laufe der Jahrhunderte. Aus der Komposition eines Mahls, dessen Zubereitung und Darbietung, machten Adelige und Großbürger geradezu eine Kunstform. Die an einer Tafel versammelten Gäste hatten sich an ein rigoroses Regelwerk zu halten.  

An den europäischen Fürstenhöfen bildete sich im 15. Jahrhundert eine prachtvolle Tafelkultur aus, die Bestandteil repräsentativer Feierlichkeiten wurde. So zeigt die Sonderausstellung "Fürstlich Tafeln" auf Schloss Ambras großartige Tafelaufsätze, erlesenes Geschirr, feine Tischwäsche und wertvolle Stücke aus Erzherzog Ferdinands Kunstkammer. Historische Rezepte aus dem Kochbuch Philippine Welsers, Ehefrau des Landesfürsten Ferdinand, werden diesen Kostbarkeiten an die Seite gestellt. Somit bekommt man rund 40 kunst- und kulturhistorisch bedeutende Schaustücke zu sehen, die im Laufe der Jahrhunderte ihren Weg in verschiedene Sammlungen gefunden haben.

Philippine Welser hielt den sprichwörtlichen goldenen Löffel in der Hand. Diese Essgeräte zählen wohl zu den ältesten, sind aber auf alten Abbildungen nur selten zu sehen. Ihre Gestalt unterlag vielen Veränderungen: war der Stiel vorerst meist kurz, erhielt er gegen Ende des 16. Jahrhunderts ein längeres Maß. Die Gabel und ihre heutige Bestimmung kennt man erst im Verlaufe des 16. Jahrhunderts. Italiener benutzen sie erstmals zum Essen, wobei sie vorerst nur für den Verzehr von Vorspeisen, Obst oder Naschwerk Einsatz fanden. Erst im Laufe des 18. Jahrhundert erhielten sie die heute gewohnte Form mit drei oder vier gebogenen Zinken. Trinkgefäße, Kannen, Handwaschbecken, Gewürz- oder Salzbehältern runden das festliche Bild ab. Die Anzahl der aufgedeckten Objekte bei Tisch gaben natürlich Rückschlüsse auf Status und Wohlstand des Gastgebers.

Die in Ambras gezeigten Exponate stammen aus dem Schloss, der Bibliothek des Kunsthistorischen Museums Wien, der Kaiserlichen Wagenburg Wien, dem Land Tirol, dem Landesmuseum Ferdinandeum, dem Landesarchiv und der Universitäts- und Landesbibliothek Tirol.

Info: "Fürstlich Tafeln", Schloss Ambras, 25. März bis 31. Mai 2015

www.schlossambras-innsbruck.at

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Daten und Fakten:
Region
Innsbruck
Ort
Innsbruck/Amras