Das Letzte im Leben

Innsbruck/Ausstellungen

Vor genau 250 Jahren ereigneten sich in Innsbruck zwei massive Einschnitte im Leben der Kaiserin Maria Theresia: Sohn Leopold heiratete und parallel verschied ihr Mann Franz I. Stephan von Lothringen. Anlässlich des Gedenkjahres bietet die Hofburg Innsbruck 2015 zwei Sonderausstellungen zum Thema.

Maria Theresia nahm in der Hofburg Innsbruck niemals dauerhaften Wohnsitz, doch mit dem Rokokoschloss verlieh sie der Stadt den Glanz einer österreichischen Residenzstadt. Zahlreiche Gäste erhalten im großen weißen Gebäude am Rande der Altstadt Einblick in die Lebenswelt der großen Kaiserin, wie sie sich einrichtete, wie sie selbst aussah und sich im Laufe der Jahrzehnte veränderte, welche Gewohnheiten sie hatte. Auch die umfangreiche Familie wird vors Auge geführt - alle 16 Kinder und Enkelkinder sind auf Porträts im Riesensaal abgebildet. Natürlich auch der Sohn Leopold, der 1765 die spanische Prinzessin Maria Ludovica heiraten sollte. Es auch tat, doch während der massiven Feierlichkeiten verstarb der von Maria Theresia unendlich geliebte Ehemann Franz Stephan.

Seitdem wird alle Jahre am „Schmerzensfreitag“ in der Hofkapelle eine Gedenkmesse für den Kaiser gehalten. Mit einer solchen setzte auch das heurige Gedenkjahr ein, das eine Reihe an Veranstaltungen, Führungen, Konzerten, Lesungen offeriert. Der Tod des Kaisers steht bei allem im Vordergrund. Mit "Das Letzte im Leben. Eine Ausstellung zu Sterben und Trauer (1765-2015)" erhält Innsbruck eine der größten und spannendsten Ausstellungsflächen: Neben den Räumen der ehemaligen Statthalterei im 1. Stock, werden in der darüber liegenden Etage der Riesen- und der Gardesaal und die Hofkapelle bespielt. Präsentiert werden Gebrauchs- wie Brauchtumsgegenstände, frühe Massenmedien, seltene Kostbarkeiten, künstlerische Arbeiten oder auch Filmisches. Stimmen aus dem Jenseits, aus der Vergangenheit wie der Gegenwart kommen zu Gehör. Die Leihgaben stammen aus bedeutenden österreichischen wie internationalen Sammlungen.

Ab Mitte September widmet man sich zusätzlich mit einer interaktiven Ausstellung dem kindlichen Besucherangebot. "Erzähl mir was vom Tod" ist eine vom ALICE-Museum im Kinder-, Jugend- und Familienzentrum Berlin und den Franckeschen Stiftungen zu Halle gestaltet. Angelehnt an die Metapher der ”Letzten Reise“ werden alle Ausstellungsbesucher zu Reisenden in ein unbekanntes Land. Die Reise beginnt in einem Reisebüro und führt über begehbare Rauminszenierungen zu zwölf interaktiven Stationen wie die „Galerie der Lebensalter“ oder das „Wohnzimmer der Erinnerungen“.

Info: "Das Letzte im Leben", 6. Juni - 10. Jänner 2016

"Erzähl mir was vom Tod", 12. September - 13. Dezember

Hofburg Innsbruck, Rennweg 1, www. hofburg-innsbruck.at

Bilder
Daten und Fakten:
Region
Innsbruck
Ort
Innsbruck