Erzähl mir was vom Tod!

Innsbruck/Ausstellung

Kinder und die Themen Abschied und Sterben - damit eröffnen sich oft breite Diskussionsfelder. Exakt in diese stößt die sich an junges Publikum wendende Ausstellung "Erzähl mir was vom Tod". Ab Mitte September 2015 in der Hofburg Innsbruck.

So prächtig die Innsbrucker Hofburg auch ist, sie ist dennoch ein Ort, an dem sich auch ein verheerender Todesfall ereignet hat: der des geliebten Franz I. Stephan von Lothringen, Ehemann unserer Kaiserin Maria Theresia. Eigentlich wollte man sich im Sommer 1765 der ausgedehnten Hochzeitsfeierlichkeiten des Sohnes Leopold lustvoll hingeben, doch für den Vater war alles zuviel. Er verstarb. Die Ereignisse hinterließen in der Hofburg und in der Stadt deutliche Zeichen: Das aus diesem Anlass gegründete Adelige Damenstift, die Hofkapelle, die Prunkräume und die Triumphpforte haben neben aller Festlichkeit auch den Beiklang des Todes. All dem ist die Ausstellung "Das letzte im Leben"(bis 10. Jänner 2016) gewidmet.

Eine wertvolle Ergänzung bietet für das junge Publikum ab 12. September eine eigene Kinderausstellung „Erzähl mir was vom Tod". Diese läuft bis Anfang September in Neu-Ulm, ist interaktiv und widmet sich dem Davor und dem Danach. Es ist eine Wander-Produktion des Alice-Museums für Kinder im FEZ-Berlin und der Franckeschen Stiftungen zu Halle, die gemeinsam versuchen, einen kindgerechten Zugang zum tabuisierten Thema Tod zu finden und diesen zu reflektieren. Derrtiges mutet in einer Gesellschaft, die den Tod eigentlich aus dem Alltagsleben verdrängt hat, ein wenig befremdlich an. Also keine leichte Sache, doch es ist machbar, zumal Themen wie „Alter“, „Zeit“ und „Vergänglichkeit“ spielerisch und anschaulich präsentiert werden.

Märchen, Mythen und Spiele helfen den Menschen seit jeher, das Leben und den Tod zu erklären. Begehbare Rauminszenierungen führen in unterschiedliche Aspekte des Themas ein: Vom „Uhrenraum“ mit den großen Sanduhren führt der Weg in andere Welten. Ein Labyrinth aus Straßen und Kammern lockt auf individuelle Expeditionen. Gehe ich in den „Paradiesgarten“ oder riskiere ich vorerst einen Blick ins „Wohnzimmer der Erinnerungen“? Erforsche ich die „Galerie der Lebensalter“ oder doch lieber den „mexikanischen Altar“? Bewusst verzichtet die Ausstellung sowohl in der Gestaltung als auch in der pädagogischen Vermittlung auf vordergründige Didaktik oder lineare Führung.

Das Reden über den Tod setzt sich nach dem Besuch der Ausstellung fort und bewirkt im weiteren Leben vielleicht einen fortgeschrittenen Umgang mit dem großen Thema "Abschied".

Info: "Erzähl mir was vom Tod", Hofburg Innsbruck, 12. September - 13. Dezember 2015; www.hofburg-innsbruck.at 

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Daten und Fakten:
Region
Innsbruck
Ort
Innsbruck