Umspannender Frieden

Tirol/Kleinkunst

Die Goldene Lyra von Ur, die vermutlich älteste Harfe der Menschheit aus der Heimat des Propheten Abraham, wird in Tirol und auf Zypern von vier Handwerkern originalgetreu nachgebaut.

Es ist ein kulturell einzigartiges und einmaliges Friedensprojekt der vier Beteiligten: Harfenbauer Norbert Maier aus Schwaz, Holzschnitzer Filip Moroder-Doss aus St. Ulrich im Grödenertal, Goldschmied Peter Pfötscher aus Innsbruck sowie Mosaikbauer und Architekt Mohamad Al Janabi auf Zypern.

Nach Fertigstellung folgt das eigentliche Ziel: Abhängig von der Sicherheitssituation im Irak, wird die nachgebaute Goldene Lyra von Ur dem irakischen Volk zurückgeschenkt und soll dann im Nationalmuseum nach Bagdad wieder ausgestellt werden. Allerdings dürfte es zuvor eine Tournee dieses Instruments in Museen dieser Welt geben.

Bei der Lyra handelt es sich um eine sumerische Stierkopfleier, die vor rund 4.700 Jahren gebaut und bei den Ausgrabungen des Archäologen Sir Leonard Charles Woolley in den 1930ern am Königsfriedhof von Ur wiederentdeckt worden ist. Er war zusammen mit Max Mallowan und dessen damaliger Gattin Agatha Christie für das British Museum im Zweistromland. Danach lange Zeit im Irakischen Nationalmuseums in Bagdad ausgestellt, wurde sie bei den Plünderungen 2003 völlig zerstört.

Ganz besonders an dem Projekt sind erstens der Ursprung der Lyra - die Heimatstadt von Abraham, dem Stammvater von Christen, Juden und Moslems, - die Internationalität (Österreich, Italien, Zypern) und die Tatsache, dass es sich bei den beteiligten Handwerkern um einen Atheisten, einen Christen, einen Buddhisten und einen Moslem handelt. In einer Zeit mit Meldungen über Krieg, IS-Terror und Flüchtlingsströme ist genau dieses Projekt eine willkommene Botschaft an alle Menschen: Für unser aller Zusammenleben und Zusammenarbeiten spielen Herkunft, Aussehen, Hautfarbe oder Religion nicht die geringste Rolle.

Kürzlich hatte sich dieses ausgesprochene Friedensprojekt um den "Intercultural Achievement Award" des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres beworben. Zudem ist über die wechselvolle Geschichte des Instruments ein Dokumentarfilm angedacht.

Tipp: Auf Einladung der Organisatoren ist der noch nicht fertige Nachbau von 30. Oktober bis 1. November in der Sonderschau "Edelsteine versunkener Hochkulturen" bei der Munich Show, www.munichshow.com, Mineralientage München, zu sehen. Sie zählt zu den international größten Fachmessen für Mineralien und Edelsteinen.

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Daten und Fakten:
Region
Schwaz/Innsbruck
Ort
Schwaz/Innsbruck