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Tirol/Bücher

Mittendrin sind wir im Lesewinter und nähern uns dem schillernden Weihnachtsfest. Noch ist genügend Zeit, um sich mit den besten Büchern einzudecken, die man sich entweder selbst schenkt oder den Liebsten unter den geschmückten Baum legt.

Ob Liebesroman oder Epochenpanorama, ob Sachbücher, lustige und spannende Kinderbücher, opulent aufgemachte Märchen oder die letzten Bücherneuheiten schlechthin: die Kulturredaktion zog durch Tirol und fragte nach, was in Buchläden vor Weihnachten momentan am meisten gefragt ist.

Bei Tyrolia in Innsbruck empfahl man Niki Glattauers "Leider hat Lukas..", erschienen im K&S Verlag. Der erwachsene Leser wird auf eine unterhaltsame Reise durch den Schulalltag des Schülers Lukas eingeladen. Austragungsort ist ein Mitteilungsheft, von Verena Hochleitner bravourös illustriert. Das Buch ist eine gelungene, satirische und lustige Erzählung über den heutigen Schulalltag und wie sich dieses auf das private Leben auswirken kann.

Die Wagner´sche in Innsbruck machte Appetit auf zwei ganz große Neuerscheinungen": Hugo Portischs "Aufregend war es immer", ecowin Verlag, der als einer der großen Journalisten Weltgeschehen zum Leben erweckt und natürlich Helmut Schmidts soeben erschienenes Buch im C.H. Beck Verlag "Was ich noch sagen wollte". Darin geht es um die mächtige Frage nach menschlichen Vorbildern. Benötigen wir solche? Schmidt berichtet über seine Vorbilder. Im Mittelpunkt steht jeweils die persönliche Faszination. Im einleitenden Kapitel schreibt Schmidt über seine Schulzeit, über acht Jahre als Soldat und natürlich über seine Frau Loki.

Bei Riepenhausen in Hall verweist man uns an Navid Kermanis "Ungläubiges Staunen. Über das Christentum", im C.H. Beck erschienen. Damit gibt sich der Autor einem hochbrisanten Thema hin, sieht staunend eine Religion voller Opfer und Klage, Liebe und Wunder, unvernünftig und abgründig, zutiefst menschlich und göttlich: ein Christentum, von dem Christen in dieser Kühnheit und auch Begeisterung nur noch selten sprechen. Der zweite Tipp verwies uns an Reinhard Hallers "Die Macht der Kränkung", ecowin Verlag. Der Gerichtspsychiater hat viele Kriminelle aus nächster Nähe erlebt. Für ihn sind nicht nur Morde, Vergewaltigungen oder Mobbing die Folge von Kränkungen, die Menschen erlebt haben. Diese Gefühle können letztlich zu Kriegen führen, so die These des Autors.

Bei Skribo Lippott in Kufstein setzte man über Anselm Grüns "Die Weihnachtsgeschichte", in Kenntnis, illustriert von Giuliano Ferri, Herder Verlag. Mit großem Einfühlungsvermögen erzählt Grün von der Verkündigung des Engels, der Geburt Jesu in Bethlehem, der Reise der drei Sterndeuter und schließlich von der Flucht nach Ägypten. Ein Lesevergnügen für die ganze Familie im kleinen Format. Und da es letztlich nicht immer alles nur Ernst sein kann, empfiehlt Skribo Lippott "Erna, der Baum nadelt", ein botanisches Drama am heiligen Abend von Robert Gernhardt, Bernd Eilert und Peter Knorr, Fischer Verlag. Eigentlich hätte es ein ruhiges Weihnachtsfest für Schorsch und Erna Breitlinger werden können. Doch: Der Baum beginnt zu nadeln. Schorsch und Erna sind fassungslos, die Kinder spotten und keiner weiß, was zu tun ist. Ein dramatisches Schauspiel nimmt seinen Lauf.

Es wäre interessant, den Spaziergang fortzusetzen. An welche Tipps käme man da wohl noch! Doch eines verwirrte die Kulturredaktion ein wenig: Hinweise der BuchhändlerInnen auf Geschriebens aus Frauenhänden gab es bei unserer Nachfrage nirgends. 

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Daten und Fakten:
Region
Tirol
Ort
Tirol