Neu auf Schloss Ambras

Innsbruck/Ausstellung

Eine Wappenscheibe Erzherzog Ferdinands II. bildet seit Jänner 2016 einen wertvollen Zuwachs der Sammlung auf Schloss Ambras.

Und wieder lässt sich auf Schloss Ambras ein neues Kunstwerk begutachten: eine neue Wappenscheibe. Die strahlend bunte Glasscheibe von 1574 fertigte der aus Feldkirch stammende Maler Thomas Neidhart (gest. 1598) an. Sie zeigt das Wappen des Tiroler Landesfürsten Erzherzog Ferdinands II. (1529‒1595) mit der Collane und dem Ornat des Ordens vom Goldenen Vlies. Das Meisterwerk befindet sich in einem hervorragenden Zustand und ist eines der wenigen Glasgemälde aus der Regierungszeit des Erzherzogs, die erhalten geblieben sind.

Dieses wertvolle Glasgemälde stammt aus Privatbesitz und war somit unzugänglich. Durch eine Versteigerung konnte es im Frühjahr 2015 von der Landesgedächtnisstiftung über Vermittlung des Bundesdenkmalamtes und des Österreichischen Nationalkomitees des Corpus Vitrearum erworben werden. Es befindet sich in einem hervorragenden Zustand und ist eines von vier Glasgemälden aus der Regierungszeit Ferdinands, welche nahezu vollständig erhalten geblieben sind. Ganz besonders erfreut ist Museumsdirektorin Dr. Veronika Sandbichler, dass das Kunstwerk nach Jahrhunderten wieder seinen Weg zurück in die alte Heimat und vielleicht sogar an seinen angestammten Platz in Schloss Ambras gefunden hat. Denn eine der Hauptaufgaben der Landesgedächtnisstiftung zielt darauf ab, wichtige und kulturhistorisch bedeutsame Tiroler Kunstwerke für die Nachwelt zu erhalten. Mit dem Ankauf dieser Wappenscheibe ist die Idee verbunden gewesen, das Werk dem breiten Publikum als Leihgabe in Schloss Ambras stilecht zu präsentieren. Es ist zweifellos auch ganz im Sinne ihres Auftraggebers Ferdinand gewesen, diese Kostbarkeit der Sammlung auf Schloss Ambras zuzuführen. Die Wappenscheibe komplettiert in besonderer Weise das Wissen um renaissancezeitliche Glasmalereistiftungen in Tirol.

Die Landesgedächtnisstiftung wurde anlässlich des Gedenkjahres 1959 gegründet und im Oktober 2011 bis zum Jahr 2034 verlängert. Die dafür benötigten Geldmittel werden zu gleichen Teilen vom Land Tirol und den Tiroler Gemeinden aufgebracht. Neben der Förderung von Restaurierungsvorhaben, die an  kulturhistorisch bedeutsamen Klöstern, Kirchen und denkmalgeschützten Profanbauten vorgenommen werden, unterstützt die Landesgedächtnisstiftung auch infrastrukturelle Maßnahmen in Museen mit überregionaler Bedeutung.

Info: Gotische Küche, Schloss Ambras Innsbruck; www.schlossambras-innsbruck.at

Bilder
Daten und Fakten:
Region
Innsbruck
Ort
Amras