Wege über den Fluss

Innsbruck/Architektur

Brücken bilden nicht nur Wege über das Wasser, sie haben auch heute besonderen ästhetischen Ansprüchen zu genügen. Hans Peter Gruber, Architekt in Innsbruck, wendet sich besonders gerne dieser Thematik zu.

Es begann mit der Tiflisbrücke. Seit 2011 bahnt sie sich souverän ihren Weg über die Innsbrucker Sill. Eine gelungene Kooperation zwischen Ingenieuren und Architekten - Voraussetzung für den Brückenbau. Von der damaligen Situation wollte man nun im Falle der Sankt Bartlmä Brücke profitieren, schrieb erneut einen Wettbewerb aus und verlässt sich beim Architekten wieder auf Hans Peter Gruber und den Konstrukteur Thomas Sigl. Die nunmehrige Brücke ist eine ohne Lager, eine integrale Brücke. Sie soll in den kommenden zehn Jahren der Erschließung der Baustelleneinrichtung in den Bauphasen des Brenner-Basis-Tunnels dienen und anschließend durch den öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden. Die elegante Bartlmä Brücke ist in der Mitte am dünnsten und gibt dem Fußgänger das Gefühl des Schwebens über dem tosenden Flusswasser. Besonders stolz ist Hans Peter Gruber über den an der Brücke durchlaufenden Randbalken, eine spezielle Lösung, die so geformt ist, dass sie erstens ihrem Anspruch entgegenkommt und obendrein hochelegant aussieht.

Immer im Winter wird an den Brücken gebaut, was mit dem niedrigen Wasserstand zu tun hat. Bis Anfang April, dann laufen die Genehmigungen der Wasserbauer im Fluss zu Arbeiten aus. Auf die Frage nach seiner Vorliebe für Brücken, lacht er und bringt sein konstruktives Faible, das er schon immer hatte, ins Gespräch: "Die Konstruktion ist eine spezielle Geschichte und das Ganze muss stimmig sein."

Neben den Brücken bewegen den auch in der Lehre auf der Architekturfakultät Tätigen derzeit auch Sanierungsarbeiten an einem Bauernhaus im Unterland. Der Holzblockbau aus wunderbarer nahezu unversehrter Struktur, lässt sich als handwerkliche Kunst bezeichnen, der man die Genauigkeit des Handwerks ansieht. Eine große Herausforderung nennt Hans Peter Gruber die Erhaltung des Anwesens, das momentan unbewohnbar ist. Doch sobald jetzt dann das Frühjahr nicht mehr aufzuhalten ist, dann geht es definitiv los, meint der Architekt und verweist auf Baustart im März 2016. 

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Innsbruck
Ort
Innsbruck