Erzähltes Lied

Innsbruck/Literatur

Margrit Eleonore Haid ist vom Reisen magisch angezogen. All ihre Bücher, ihre Workshops und Seminare - alles beschäftigt sich damit. Auch die neue Veröffentlichung "Geliebtes Fremd-Eigenes, ich reise zu Dir!". Die Kulturredaktion sprach mit der Autorin.

Kulturredaktion: Wie nennt sich Ihr neues Buch?

Margrit Eleonore Haid: Es heißt "Geliebtes Fremd-Eigenes, ich reise zu Dir!" und trägt den Untertitel "Das erzählte Lied einer Psychotherapeutin". Das Fremd-Eigene geht in der Psychotherapie der Frage "Was ist das Eigene und was nicht?" nach. Mit dem Fremd-Eigenen überschreibe ich die Spanne zwischen Bewusstem und Unbewusstem. Das ist meine Trauer, meine Sehnsucht, meine Lust, etc.. Es geht im Wesentlichen um diese Phänomene.

KR: Was und Wen wollten Sie damit ansprechen?

MEH: Sie fragen, wohin ich gehören soll? Gar nirgendwohin! Ich lasse mich niemals in Schubladen stecken. Als meine beiden Kinder klein waren, pflegte ich schon Orientalischen Tanz und beschäftigte mich mit dem Orient und bereiste diese Länder. In jedem der letzten zehn Jahre besuchte ich ein Land. Dort versuchte ich, es tiefenpsychologisch zu verstehen und suchte dabei stets die Hilfe der Physiotherapie.

Im Grunde spreche ich mit dem Buch "Geliebtes Fremd-Eigenes, ich reise zu Dir!" alle an, die das "ihre", "das meine" hinterfragen. Man lässt Menschen sprechen und nimmt spezielle Nuancen wahr. So kommt man Schritt für Schritt weiter und lässt da auch gerne einmal etwa Aggressionen aufkommen. Warum reise ich so gerne? Finde ich da vielleicht etwas, was mit mir selbst zu tun hat? In der Beziehung wird unbewusstes Potential gehoben.

KR: Zu welchem Genre gehört das Buch?

MEH: Es ist weder ein Tagebuch, aber schon gar kein Reiseführer. Ich reise zurück in meine Jugend und beschreibe anfänglich, wie ich meinen Beruf, die Psychotherapie fand. Dann kommt das Reisen, die in der Jetztzeit spielen. Ich streue Erlebnisse vom Reisen und dazwischen finden sich aber immer wieder Essays zu Zitaten und Fußnoten.

KR: Was sind die wichtigsten Personen?

MEH: Eigentlich darf ich, bei aller Bescheidenheit sagen, dass ich die Wichtigste in dem Buch bin, aber natürlich auch Patienten, die selbstverständlich restlos verschlüsselt sind. In den Essays allerdings kommen keine Personen vor, da handelt es sich um sachliche Informationen.

KR: Auf ihrer Adresskarte steht "Psychotherapeutin, Autorin und Reisende". Ist Letzteres ein Job?

MEH: Meine beiden Töchter leben im Ausland, in London und in Mexiko. Dorthin zieht es mich natürlich zweimal im Jahr und ich bereichere mich da stets um tolle Erfahrungen. Die Reisende prägt mein Leben sehr, auch was die Psychoanalyse macht. Der Prozess des inneren Reisens hört ja niemals auf. Ich möchte konstant sein - auch als Reisende.

KR: Können Sie auch noch ein wenig über die von Ihnen angebotenen Workshops erzählen?

MEH: In unserer Gesellschaft versuche ich die Spanne zwischen Körper und Verstand zu veranschaulichen. Das Denken, Fühlen, die sinnliche Wahrnehmung und die Intuition - diese Vier sind in allen von uns angelegt. Meine Workshops, und ab April biete ich wiederum drei davon an, intendieren einen Lebensraum anzubieten und gliedern sich in drei Teile: Anfangs ein Impulsreferat, daran fügt sich dann der Orientalische Tanz für den Körper mit Musik und Bewegung. Als Abschluss wartet ein meditativer Prozess. Natürlich hört man auch bei den Workshops stets viel über das Fremde und die Sprache - geht bei mir ja auch gar nicht anders!

Info: Buch: "Geliebtes Fremd-Eigenes, ich reise zu Dir!", Berlin 2015.

Workshops: "Der Duft der weiten Welt" Impulse für Inspiration und Kreativität, 28. April, 12. Mai, 2. Juni, Haus Marillac, Sennstraße 3, Innsbruck.

www.mehaid.eu

Bilder
Daten und Fakten:
Region
Innsbruck
Ort
Innsbruck