Le nozze di Figaro am Tiroler Landestheater

Tiroler Landestheater, Innsbruck, Le nozze di Figaro, bis 30.03.2017

Le nozze di Figaro. Foto: Rupert Larl

Mit großem Witz und musikalisch bravourös gibt das Ensemble des Tiroler Landestheaters Mozarts „Le nozze di Figaro“. Bis 30. März 2017 ist die Oper in einer leichtfüßige Inszenierung von Dominique Mentha in Innsbruck zu sehen.

Sozialkritisch und romantisch, voller Liebe und verzwickter Wendungen, schräg und poetisch – kaum eine Oper ist so vielschichtig, ansprechend und kurzweilig wie Wolfgang Amadeus Mozarts nach einem Libretto von Lorenzo Da Ponte komponierte „Le nozze di Figaro“. Das musikdramatische Meisterwerk, in dem Dienerschaft und betrogene Gräfin dem Grafen eins auswischen und schlussendlich die Liebe alles andere überstrahlt, gehört zu den meistgespielten Opern.

Dominique Mentha zurück am TLT
Doch auch wenn man schon die eine oder andere Inszenierung des Werkes gesehen haben mag, diese lohnt es sich auf jeden Fall anzusehen: Dominique Mentha, ehemaliger Intendant des Tiroler Landestheaters, zeigt die Hochzeit des Figaro als ebenso leicht erzählte wie schlüssige Geschichte, lässt auch die vielen berührenden Momente des Werks zur Geltung kommen und lenkt die Sängerinnen und Sänger mit großem Verständnis für die Gefühlslagen und den Hintersinn der Figuren. Susanne Langbein ist eine bezaubernde Susanna, die Verführungskünste ebenso beherrscht wie scherzhaftes Verwirrspiel, Andreas Mattersberger ein gelassener Figaro, der den eitlen Grafen (Alec Avadissien) zu nehmen weiß und nur in größter Not an der Treue seiner Braut zweifelt. Wundervoll sehnsüchtig zeigt sich „Gräfin“ Tatiana Rasa, keck angehimmelt von „Cherubino“ Camilla Nadja Lehmeier, skurrilen Humor verbreiten Susanna von der Burg und Johannes Wimmer als Buffo-Paar Marcellina und Bartolo. Begleitet vom großartigen Tiroler Symphonieorchester Innsbruck unter Johannes Klumpp, strahlen die SängerInnen um die Wette.

Zauberhafte Szenerie
Dass in dieser Geschichte alles ineinander verschachtelt und verwoben ist, dass hinter jeder Tür, jedem Baum ein Versteck steckt, Fenster zur Flucht dienen und Gebüsche zum Tête-à-Tête, ist schon im ersten Bild (Bühne: Helfried Lauckner) zu sehen, einer Art Tableau vivant oder Standbild der Ereignisse, in dem die Figuren mitten in der Bewegung erstarrt sind, während sie um eine Ecke oder über eine Hecke lugen, allein mit sich ihrem Schmerz nachhängen oder den Freuden der Liebe frönen. Die anfangs noch geschlossenen drei ineinander gebauten Kammern bieten in der Folge mit Drehwänden und Fotoprints eine Vielzahl von Möglichkeiten, ein Zimmer, einen nächtlichen Garten, einen Salon, ein Schlafgemach und andere Raumsituationen zu schaffen. Das labyrinthische Setting bildet den perfekten Rahmen für das Intrigenspiel im Palast. Rund um den sonnengelben Sonnenkönig, den Grafen Almaviva, gruppiert sich die mehr oder weniger gelb gewandete Adelsgesellschaft (Kostüme: Anna Ardelius), während die Dienerschaft in schlichtem Schwarz-Weiß gehalten ist. So sind, bei allen Wirrnissen, die Verwicklungen zum Ende hin leicht aufzulösen. Wenn der Graf sich mit einem innigen „Contessa, perdono“ bei der Gräfin entschuldigt und diese ihm verzeiht, wenn Figaro seine Susanna in die Arme schließen kann, sind die Verhältnisse wieder geklärt und ein jeder kann frohen Herzens in den abschließenden Liebeschor einstimmen.

Bilder
Kontakt:
Tiroler Landestheater
Rennweg 2
6020 — Innsbruck

+43.512.52074-4
+43.512.52074-338

tiroler@landestheater.at
http://www.landestheater.at

12.11.2016 — 30.03.2017
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