Die Gerechten – Ausstellung in Innsbruck

Innsbruck, Ursulinensäle, Ausstellung „Die Gerechten“, 19.12.2016–18.1.2017

Den Menschen, die während des Nationalsozialismus Juden versteckten oder ihnen auf andere Weise halfen, gilt die Ausstellung „Die Gerechten“, die vom 19. Dezember 2016 bis 18. Januar 2017 in den Innsbrucker Ursulinensälen zu sehen ist.

Als „Gerechte unter den Völkern“ zeichnet die Gedenk- und Forschungsstätte Yad Vashem Menschen aus, die während des Naziregimes Juden vor Verfolgung und Ermordung bewahrten, weil sie sie versteckten oder ihnen zur Flucht verhalfen. Diesen nicht jüdischen Helfern, die ihre eigenes Leben riskierten und, ohne sich zu bereichern, andere beschützten, ist die Wanderausstellung Die Gerechten – Courage ist eine Frage der Entscheidung gewidmet, die im Dezember und Jänner in Innsbruck Station macht. Sie wurde von den Kuratoren Albert Lichtblau und Michael John für den Verein der „Österreichischen Freunde von Yad Vashem“ zusammengestellt.

Über hundert Österreicher wurden mit dem Titel ausgezeichnet, ihre Geschichten stehen im Zentrum der Ausstellung, die den einzelnen Schauplätzen jeweils angepasst wird. So wurde die Ausstellung in Innsbruck vom Innsbrucker Kurator Niko Hofinger einerseits etwas reduziert, um den Fokus stärker auf das Wesentliche – die handelnden Personen – zu richten, andererseits um Geschichten von den 17 Gerechten aus Tirol und solchen, denen der Titel möglicherweise in Zukunft verliehen wird, ergänzt. Wir erfahren von Lambert Grutsch, der Helene Epstein aus Polen unter dem Namen Jula Sypek im Pitztal versteckte, vom Ehepaar Thaler und ihren Helfern aus der Wildschönau, die vier Berliner Juden das Leben retteten, von Moritz Daublebsky-Sterneck, der sich in seiner Wehrmachtsuniform als Fluchthelfer betätigte, sowie von der Familie Viehböck aus Innsbruck, die einen Unbekannten, den Berliner David Ballhorn, lange Zeit bei sich beherbergte.

Zwei Geschichten, die bisher von Yad Vashem nicht geprüft wurden, sind die von Ilse Focke, die ihren jüdischen Lebensgefährten jahrelang in Zagreb versteckte und versorgte, und die von Hans von Stadl, der als Wehrmachtssoldat der Polin Cyla Fallik Frenkiel falsche Papiere besorgte und sie zu seinen Eltern im Innsbrucker Stadtteil Pradl brachte. Bis heute wussten nur einige Freunde und die Familie von Stadls davon, die Ausstellung gibt nun den Anlass, nach Dokumenten zu forschen, die eine postume Auszeichnung als „Gerechter“ ermöglichen.

„Diesen Einzelfällen mit Respekt und Sympathie für ihre halsbrecherischen Aktionen zu begegnen“, sei die Intention der Ausstellung, so Niko Hofinger in seiner Eröffnungsrede. Das solle aber nicht „für ein kollektives Wohlgefühl der Nachfahren der Mitläufer, der Ja-Sager und der Profiteure sorgen. Wir alle sollten uns überlegen, wie wir die Geschichte unserer Eltern oder Großeltern so in unser Leben integrieren, dass wir heute im besten Fall gerecht handeln.“ Anstöße dazu gibt es im Rahmen der Ausstellung genug: die von Yad Vashem überprüften Geschichten, die „neuen“ Berichte, aber auch das Zeitzeuginnengespräch mit zwei Frauen, die gerettet wurden, bei der Eröffnung. Sie machen „Die Gerechten“ zu einem Beispiel für lebendig erzählte Geschichte. Den Spuren zu folgen und sich mit dem zu befassen, wie viel Courage jeder Einzelne aufbringen kann (und soll), dazu lädt die Ausstellung noch bis 18. Januar 2017 ein. Besonders zu empfehlen sind die öffentlichen Führungen und die Führungen für Schulklassen, die im Rahmen der Ausstellung angeboten werden.

Öffnungszeiten und Führungen
20.12.2016–18.1.2017
täglich von 15 bis 19 Uhr
(außer am 24.12., 25.12., 1.1. und 6.1.)
Eintritt frei

Führungen für Schulklassen
nach Vereinbarung, wochentags auch am Vormittag möglich.
Bitte um Anruf bei Niko Hofinger +43.699.17572344
oder E-Mail an niko.hofinger@innweb.at
Die Führungen sind kostenlos.

öffentliche Führungen
Freitag 30.12., Donnerstag 5.1. und Freitag 12.1. jeweils um 17 Uhr
keine Anmeldung notwendig, Eintritt frei

Tradition / Geschichte

Ein Streifzug durch die Vergangenheit Tirols: Hier erfahren Sie mehr über bedeutende Persönlichkeiten und den historischen Alltag.

Thema

Sonstige

Von erstaunlichen Tirolern, alpenländischen Besonderheiten und außergewöhnlichen Ereignissen

Thema