Wir//Hier. Die sogenannte Subkultur

Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck, Ausstellung, 10.05.–07.07.2017

Ausstellungssujet „Wir//Hier. Die sogenannte Subkultur“. Foto: Martin Gostner

Alles, was in Innsbruck einen kulturellen Gegenentwurf zum herrschenden Kulturbegriff darstellt, haben Albi Dornauer und Maurice Kumar seit 2014 gesammelt. Die Ausstellung „Wir//Hier. Die sogenannte Subkultur“ im Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck gibt vom 10. Mai bis 7. Juli 2017 Einblick in die vielfältige Welt der Subkultur seit den 1950er-Jahren.

Tirol, das ist Traditionskultur mit Blasmusik und Volkstänzen, oder doch nicht? Tatsächlich hatte das über Jahrzehnte geprägte Bild von Tirol und seinen Menschen zwar vielleicht das nach außen hin augenfälligste, aber nie der einzige Aspekt des kulturellen Lebens in Innsbruck. Wer sich für die parallel dazu und oft im Verborgenen tätigen Kulturszenen interessierte, konnte sich lange Zeit nur mit persönlichen Erinnerungen, einigen Tonträgern, privaten Sammlungen und mündlichen Überlieferungen behelfen, 2014 nahmen Albi Dornauer und Maurice Kumar das Projekt Innsbrucker Subkulturarchiv in Angriff und begannen in akribischer Recherche alles historisch Wertvolle zur Geschichte der Subkultur zu sammeln. Die große Leistung besteht dabei nicht nur in der Fülle des archivierten Materials, sondern vor allem auch in der Offenheit der beiden Forscher. Wer eine der untersuchten Phasen in Innsbruck selbst miterlebt hat, wird feststellen, dass das Archiv wesentlich detailreicher und vielfältiger ist als die eigene Erinnerung.

2017 sahen Dornauer und Kumar die Zeit gekommen, das Online-Archiv freizuschalten und die gefunden Objekte in einer Ausstellung zu präsentieren. Vom 10. Mai bis 7. Juli 2017 haben sie nun die Ausstellungsräume im Stadtarchiv mit Plakaten und Flyern, Tonträgern und technischem Gerät ausgestattet und geben so einen Einblick in das Innsbrucker Kulturleben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Von den ersten erfolgreichen Beatgruppen über international erfolgreiche Jazzmusiker und Rockbands mit psychedelischem Hintergrund bis hin zu zentralen Figuren der Punk-, Alternative- und Electronic-Szene wie Hans Platzgumer reicht die musikalische Geschichte. Zudem werden die Orte erforscht, an denen Kultur geschehen konnte (oder rasch wieder unterbunden wurde). Kumar und Dornauer, die beide einer Generation angehören, die die Szene vor 2000 nicht aus eigenem Erleben kennenlernen konnte, haben überall angeknüpft, wo ihnen ZeitzeugInnen mit Wissen und Materialien weiterhelfen konnten, und daraus ein weitgehend geschlossenes Bild zusammengefügt. Wie sehr sie damit dem Bedürfnis vieler InnsbruckerInnen nach Dokumentation der eigenen Geschichte entgegenkamen, zeigte sich schon bei der Ausstellungseröffnung, bei der das Stadtarchiv/Stadtmuseum aus allen Nähten platzte.

Bilder
Kontakt:
Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck
Badgasse 2
6020 — Innsbruck

+43.512.587380
+43.512.587380-8

stadtarchiv@mag.ibk.at
http://www.innsbruck.at/stadtmuseum
Daten und Fakten:
Region
Innsbruck und seine Feriendörfer
Ort
Innsbruck

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