Ferdinand II., Landesfürst von Tirol

Tirol, 450 Jahre Ferdinand II. Januar bis Dezember 2017

Ambraser Schüttelkasten. Foto: KHM

Vor 450 Jahren wurde Ferdinand II. Landesfürst von Tirol, ein willkommener Anlass, um 2017 unter dem Titel „#ferdinand2017“ zum Ferdinandjahr auszurufen und das Jubiläum mit Ausstellungen und anderen Veranstaltungen zu feiern.

Für die (Kultur-)Geschichte Tirols war Ferdinand II., ein Urenkel Kaiser Maximilians, eine der bedeutendsten und einflussreichsten Persönlichkeiten, er setzte die Gegenreformation durch, zeichnete für weitreichende Verwaltungs- und Schulreformen verantwortlich und baute die Schulden aus der Zeit seiner Vorfahren Maximilian und Ferdinand I. ab. Bekannter ist Ferdinand II. durch seinen Kunstsinn und sein Interesse an Natur und Kultur ferner Länder. Ferdinand II. ließ nicht nur Schloss Ambras oberhalb von Innsbruck zum Renaissanceschloss umbauen und das Grabmal Maximilians, den Kenotaph und die Schwarzen Mander, in der eigens dafür errichteten Hofkirche aufstellen, er legte mit der Kunst- und Wunderkammer auf Schloss Ambras auch eine der vielfältigsten und reichsten Sammlungen an kunsthandwerklichen Gegenständen, Kuriosa und Exotika an.

Man hätte für Ausstellungen eine ganze Reihe von ungewöhnlichen Objekten in Ferdinands Sammlungen finden können, so groß ist die Anzahl an interessanten Stücken. Trotzdem wagte man den Schritt, bei der Osterausstellung (bis 05.06.2017) auf Schloss Ambras ein einziges, besonders reizvolles Objekt zu präsentieren, den Schüttelkasten. Darin tummeln sich auf echtem Moos zahlreiche täuschend echt in Holz nachgebildete exotische Tiere, die bei der kleinsten Berührung mit dem Kasten in Bewegung geraten. Zum Schutze des frisch restaurierten Kunstwerks können Besucher zwar selbst nicht am Kasten rütteln, aber sich in einer filmischen Inszenierung ins Geschehen hineinziehen lassen.

Umfassend wir Ferdinand dann in der großen Sommerausstellung „Ferdinand II. 450 Jahre Tiroler Landesfürst“ auf Schloss Ambras dargestellt, die vom 15. Juni bis 8. Oktober 2017 gezeigt wird und anschließend in die Nationalgalerie Prag übersiedelt. Darin wird Ferdinand in seiner tragenden Rolle für die Habsburgerdynastie und die Geschicke Europas im 16. Jahrhundert gewürdigt.

Das Ferdinandjahr ist ein work in progress, manches wird wohl – angesichts der Tatsache, dass die letzte Biografie 1888 erschienen ist –, erst im Laufe der kommenden Monate zutage treten. Das Interesse an der Person und an der Zeit kommt jedenfalls nicht von ungefähr, lässt sich zwischen der Renaissance und dem 21. Jahrhundert doch manche Parallele ziehen. Anknüpfungspunkte, das Ferdinandjahr zu feiern, fanden neben den Tiroler Landesmuseen, Schloss Ambras, den Austria Guides und der Universität Innsbruck zahlreiche Institutionen – von der Achenseeschifffaht bis zu Münze Hall, vom Artdepot Kitzbühel bis zur Israelitischen Kulturgemeinde, von der Nationalgalerie Prag bis zu den Tiroler Barockinstrumentalisten.

Bilder
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15.06.2017 — 08.10.2017
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