Musik ganz oben

Innsbruck, Bergstation der Nordkettenbahn – Seegrube, Konzerte, Juni/Juli 2017

Nordkette Wetterleuchten 2017

Im Sommer 2017 gibt’s Musik auf dem Berg bzw. mit Musik, die den Berg in den Konzertraum bringt: beim Konzert Klassik am Berg 1905m am 30. Juni im Canisianum und dem Electronic-Festival Nordkette Wetterleuchten am 15. und 16. Juli auf der Seegrube oberhalb von Innsbruck.

Über Nacht bleiben
Das Nordkette Wetterleuchten gehört seit Jahren zu den gar nicht mehr so geheimen Geheimtipps der internationalen Elektronik-Szene. Jeweils einmal rund um die Uhr im Juli – diesmal vom Nachmittag des 15. bis zum Nachmittag des 16.7. – treffen sich rund tausend Musikbegeisterte auf der Seegrube hoch über Innsbruck, um Live-Bands und DJs zu lauschen, am Lagerfeuer zu sitzen, zu tanzen und überhaupt eine gute Zeit miteinander zu verbringen. Der Blick auf die Stadt ist atemberaubend schön, die Musik ist zum Tanzen oder gelassenen Dahindriften, jedenfalls von hoher Qualität, der Sonnenaufgang eine perfekte Kulisse nach einer Nacht voller Musik. Mit dabei sind diesmal Baumann, Philadelphy + Arestokids, Taktattackers, Philipp Quehenberger, Midas 104, Roman Rauch & Precious K, imkreis sowie am Sonntag DJ Raiz und Sugarcane Sound.
www.wetterleuchten.at

Klassik am Berg 1905m
Dass die Seegrube eine der ungewöhnlichsten Eventlocations ist, haben aber nicht nur die Elektroniker festgestellt, sondern auch die Klassiker, um genau zu sein das Kammerorchester InnStrumenti unter der Leitung von Gerhard Sammer. Dieses ist immer wieder für neue aufregende Konzertideen gut, und so wollte man sich am 30. Juni 2017 auf den Berg wagen. Leider musste das Konzert aber wetterbedingt ins Canisianum in Innsbruck verlegt werden. Allerdings holen die Musiker den Berg herein, denn – neben Klassikern wie Mozarts „Kleiner Nachtmusik“ erklingt auch einiges, was mit dem Berg bzw. Tirol auf verschiedene Weise verbunden ist: Werner Pirchners „Soirée Tyrolienne“, der Walzer „Aus den Bergen“ von Johann Strauss und „In der Halle des Bergkönigs“ von Edvard Grieg. Pirchners Soirée entstand 1980 zu einem Bühnenstück des Schriftstellers Otto Grünmandl, „der Auftraggeber, die Sparkasse der Stadt Innsbruck, lehnte jedoch das Werk als Nestbesudelung ab“ und bezahlte nicht. Den späteren Erfolg verdankt es dem Wiener Ensemble Kontrapunkte, das das Stück – von Pirchner neu instrumentiert – einige Jahre später aufführte und auf CD aufnahm. In der Wiener Staatsoper wurde es 1987 mit dem Ballett der Wiener Staatsoper aufgeführt.

Musik für den Zaren und Kuhfladen aus dem Norden
Edvard Grieg komponierte „In der Halle des Bergkönigs“ 1874 als Teil seiner Schauspielmusik „Peer Gynt“ nach einem Text von Hendrik Ibsen. Der Abschnitt zählt zu den berühmtesten Stücken des norwegischen Komponisten und wurde vielfach von anderen Musikern aufgegriffen und variiert. Glücklicherweise nicht mehr wahrnehmbar ist, dass Grieg die Vertonung nur unter Mühen gelang und er gerade mit der „Halle des Bergkönigs“ seine Schwierigkeiten hatte. Seinem Freund Frants Beyer schrieb er am 27. August 1874: „Es ist ein fürchterlich widerspenstiges Thema, einige Stellen nicht mitgerechnet, wie z. B. die, wo Solveig singt, das habe ich auch alles gemacht. Und dann habe ich etwas für des Dovre-Alten Königshalle gemacht, das ich buchstäblich genommen nicht ausstehen kann, so sehr klingt es nach Kuhfladen, Norwegertum und Selbstgefälligkeit! Aber ich erwarte auch, dass man die Ironie fühlen können soll.“

Johann Strauss’ Walzer „Aus den Bergen“ entstand zehn Jahre davor und ist dem Wiener Musikkritiker Eduard Hanslick gewidmet. Uraufgeführt wurde das Stück jedoch nicht in Wien, sondern in Pawlowsk – damals der erste Endbahnhof einer Eisenbahnstrecke von der damaligen russischen Hauptstadt Petersburg aus und ein Ort der Unterhaltung und des Freizeitvergnügens. Ab 1856 verbrachte Johann Strauss Sohn elf Saisonen dort und war nicht nur der erklärte Liebling des Publikums, sondern konnte auch die Zarenfamilie für sich günstig stimmen. Die Inspiration zu dem Walzer hatte Strauss aber wohl doch aus Österreich mitgebracht, ist doch das Umland von Pawlowsk kaum als gebirgig zu bezeichnen.

Bilder
Kontakt:
Tiroler Kammerorchester Innstrumenti
Miselsstraße 21
6094 — Axams

rita.gasser@aon.at
http://www.innstrumenti.at/
Daten und Fakten:
Region
Innsbruck und seine Feriendörfer
Ort
Innsbruck