Hoch hinaus!

Sölden, Lech, Ausstellungen „Hoch hinaus!“, Sommer 2017

Brandenburger Haus, nach 1940. Foto: Historisches Archiv, ÖAV

Wege und Hütten im Hinteren Ötztal sind vom 4. Juli bis 24. Oktober 2017 das Thema der Ausstellung „Hoch hinaus!“ im erbe kulturraum sölden. Wie „Gehen am Berg“ (bis 22. April 2018) im Lechmuseum und andere Veranstaltungen ist auch diese in Anlehnung an das Alpenvereinsprojekt „Hoch hinaus! Wege und Hütten in den Alpen“ entstanden.

Das Ötztal, speziell die Orte Vent, Gurgl und Sölden, zählen zu den frühesten Zentren des Bergtourismus. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts entstand dort auf Initiative des Kurators Franz Senn und mit großem Einsatz der Einheimischen sowie der Alpenvereine ein dichtes Netz an Wegen und Hütten, Bergführer wurden ausgebildet und behördlich autorisiert. Der erbe kulturraum sölden fokussiert in seiner diesjährigen Sonderausstellung „Hoch hinaus! Wege und Hütten im Hinteren Ötztal“ auf einige Aspekte der Frühzeit des Bergtourismus, verfolgt die Geschichte bis in die Jetztzeit und gibt im Begleitprogramm einen Ausblick auf die Zukunft. Die Schau knüpft an „Hoch hinaus! Hütten und Wege in den Alpen“ an, ein Forschungsprojekt des Österreichischen Alpenvereins mit dem Deutschen und dem Alpenverein Südtirol, das in eine großen Ausstellung in Innsbruck, München und Bozen sowie ein umfangreiches zweibändiges Buch mündete.

Im Ötztal ist die AV-Ausstellung durch eine eigens angefertigte Zeitung vertreten, zudem hat das Alpenverein Museum des ÖAV einige Exponate beigesteuert. Es geht dabei unter anderem um die Sehnsucht nach den Bergen – wie sie etwa mit Ölgemälden der imposanten Bergwelt und realistischen Anschauungsobjekten wie Gebirgsreliefs geweckt wurde. Den Hütten, die in den letzten 150 Jahren zahlreiche Veränderungen erlebten und die bis heute vor allem von deutschen Alpenvereinssektionen und einheimischen Hüttenwirten betrieben werden, gilt ein weiterer Teil von „Hoch hinaus!“ im erbe kulturraum sölden. Eine Besonderheit stellen 70 ausgestellte Bergführerbücher dar: Sie wurden ab 1869 an behördlich geprüfte Bergführer ausgegeben und enthielten deren Personalien und Foto, die Zertifizierung durch die Bezirkshauptmannschaft, eine Liste von Touren und Tarifen sowie Einträge der geführten Touristinnen und Touristen.

Die Bergführerbücher, die in der Ausstellung nur ungeöffnet gezeigt werden können, werden aber am 24. Oktober bei der Abschlussveranstaltung „In die Berge führen. Unvergessliche Touren mit Ötztaler Bergführern“ im Gedächtnisspeicher in Längenfeld geöffnet und können eingesehen werden. Der Gesprächsabend ist eine von mehreren Begleitveranstaltungen von „Hoch hinaus!“. Darüber hinaus ist eine Publikumsdiskussion mit Vertretern der Alpenvereine zur zukünftigen Rolle der hochalpinen Hütten sowie ein Empfang zum 10-jährigen Jubiläum des Kunstprojekts „Calling the Glacier“ geplant. Letzteres wird zudem mit einer Zwei-Tages-Exkursion auf den Vernagtferner, wo ein Teil des Kunstwerks installiert ist, begangen.

Wo der erbe kulturraum sölden besonderes Augenmerk auf den Bergtourismus im Hinteren Ötztal legt, konzentriert sich das Lechmuseum im Huber-Hus auf das „Gehen am Berg“. Bis 22. April 2018 widmet man sich dort dem Gehen, Spazieren, Flanieren, Stolzieren, Marschieren und erzählt von den unterschiedlichen Bedeutungen, die das Gehen für die Menschen hatte und hat. Vom notwendigen Zurücklegen von Wegstrecken bis hin zum lustvollen Ersteigen der Gipfel reicht hier die Bandbreite.

Selbst erleben kann man die Freude am Gehen übrigens auch mit eigenen Ausflügen, denn rund um das AV-Projekt gibt es auch auf verschiedenen Hütten und in den Geschäftsstellen bestimmter Sektionen Interessantes zu sehen. In dem Bündel an Veranstaltungen finden sich auch die zwei Ausstellungen „Vom Waschtisch zur Dusche“, in der die Geschichte der Freiburger Hütte ebendort erzählt wird und in deren Rahmen am 9. September 2017 auch ein großes Fest stattfindet, und „Das Gepatschhaus“ ebendort. Nähere Informationen dazu und zum AV-Projekt „Hoch hinaus!“ sind unter folgenden Links abrufbar:

www.erbe-kulturraum.at
www.lechmuseum.at
www.alpenverein.at

Bilder
Kontakt:
Heike Gritsch
erbe kulturraum sölden
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