Die Volksschauspieler 2017

Elbigenalp und Telfs, Volksschauspiele, Juli/August 2017

Markus Völlenklee gibt den Tod, fotografiert von Günther Egger.

Der Sommer ist in Tirol die Zeit des Volkstheaters. Zwei Hauptanziehungspunkte sind auch 2017 wieder die Tiroler Volksschauspiele Telfs und die Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp.

Schwabenkinder in Elbigenalp
Claudia Lang, Autorin, Theaterpädagogin, Regisseurin, Mitbegründerin und viele Jahre Leiterin der Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp, legt in ihrer Arbeit den Fokus oft auf historische Ereignisse in der Region, auf das Leben der bäuerlichen Bevölkerung oder außergewöhnliche Persönlichkeiten. Schon „Schwabenkinder“, ihr erstes Stück, widmete sie einem besonders tragischen historischen Abschnitt des bäuerlichen Lebens im Außerfern und anderen Regionen Tirols: Im 18. und 19. Jahrhundert mussten viele Familien aus Armut ihre Kinder in den Sommermonaten zum Arbeiten ins Schwabenland schicken. Diese waren den Familien, bei denen sie arbeiteten, oft schutzlos ausgeliefert. Lang erzählte diese Geschichte 1996 ohne Pathos und packend anhand einer Familie im Lechtal, ein großer Erfolg schon bei der Uraufführung und einige Jahre später bei der Wiederaufnahme. Vom 7. Juli bis 26. August 2017 bringt die Geierwally Freilichtbühne das Stück wieder auf die Bühne, diesmal in der Regie von Thomas Gassner. Der ist wie Lang ein Hans Dampf in allen Gassen des Tiroler Theaters und konnte in Elbigenalp schon mit der Krimi-Satire „Sturm in den Bergen“ und dem Bergrettungsdrama „Bergfuir“ als Autor und Regisseur überzeugen. Mit dem historischen Stoff der „Schwabenkinder“ zeigt er nun eine weitere Facette seines Könnens.

Tiroler Volksschauspiele Telfs: Kaspar und Hamlet
Volkstheater in vielfältiger Form pflegen die Tiroler Volksschauspiele Telfs vom 22. Juli bis 2. September 2017. Oft geht es um allgemeingültige Themen, die auf der Volksbühne ebenso gut zu verstehen sind wie in den großen städtischen Theatern. Ein Beispiel dafür ist Franz Kafkas „Bericht für eine Akademie“, mit dem Felix Mitterer als Affe Rotpeter, und Juliane und Siggi Haider als ihn begleitende Musiker einen so großen Erfolg feierten, dass das Stück schon mehrmals wiederaufgenommen werden musste. Es passt auch gut zum diesjährigen Programm unter dem Motto „Himmel auf Erden?“, denn gerade diese Frage muss man sich angesichts der Menschwerdung eines Affen stellen.

Himmlisch? Menschlich? Unmenschlich?
Andere Aspekte des Himmlischen im irdischen Theater beleuchtet der berühmte Volksschwank „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“, in dem sich der künstlerische Leiter der Tiroler Volksschauspiele Telfs, Markus Völlenklee, als Tod verewigt. „Hamlet ist tot. Keine Schwerkraft“ knüpft im Dorf an das Shakespeare’sche Dänenprinzendrama an und „Lampedusa“ führt anhand zweier Lebensgeschichten an die Ränder des heutigen Europa: dorthin, wo Flüchtlinge auf der Suche nach einem besseren Leben stranden oder ihr Leben lassen, und dorthin, wo die Verlierer der reichen Gesellschaften den letzten Halt verlieren.

Kontakt:

Tiroler Volksschauspiele Telfs
Gemeindeamt, Untermarkt 5
6410 — Telfs
+43.5262.62014
+43.5262.6961-1199
tiroler-volksschauspiele@telfs.com
http://www.volksschauspiele.at

Geierwally Freilichtspiele
6652 — Elbigenalp
+43.5634.5315-12
+43.5634.5316
geierwally@lechtal.at
http://www.geierwally.lechtal.at

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