Die Frauen auf dem Berg

St. Anton am Arlberg, Filmfest „Berge, Menschen, Abenteuer“ 23.–27.8.2017

Filmfest St. Anton: Zangerl und Caprez

Es ist hoch an der Zeit: Das Filmfest St. Anton setzt vom 23. bis 26. August 2017 einen Frauenschwerpunkt.

Schon längst gibt es herausragende Kletterinnen, Bergsteigerinnen, Freeriderinnen und andere Bergsportaficionadas, denen erhöhte Aufmerksamkeit gelten sollte – nicht nur wegen ihrer sportlichen Leistungen, sondern auch in den Filmen, die mit und über sie gedreht werden. Insofern erwarten Besucher des Filmfest St. Anton nicht nur spektakuläre Aufnahmen, sondern auch einige Persönlichkeiten, die besondere Aspekte des Bergsports in den Fokus rücken. Das beginnt schon am Eröffnungstag, wenn Nina Caprez und Barbara Zangerl ihren Film „Babsi, Nina und die Unendliche Geschichte“ vorstellen. Es ist ein Film über den schließlich geglückten Versuch der Schweizerin und der Tirolerin, im Rätikon die von Beat Kammerlander 1991 angelegte Kletterroute „Unendliche Geschichte“ zu bewältigen – ein langes, mühseliges Unterfangen, das jedoch zeigt, mit welcher Zähigkeit und Freude die zwei Weltklassekletterinnen im Fels agieren.

Der zweite Höhepunkt am 23. August 2017 ist eine Art Arlberger Heimspiel, denn die Freeride Vizeweltmeisterin Lorraine Huber wuchs am Arlberg und in Australien auf und hat sich eine unendliche Liebe zu den verschneiten Bergen und den spektakulären Routen erhalten. Ihr zuzusehen, wie sie sich über felsdurchsetztes Gelände in die Tiefe stürzt, ist eine Klasse für sich. Zugleich ist auch das Scheitern und wieder Aufstehen ein Thema, bei dem die Spitzensportlerin eine gute Figur macht.

Selbstverständlich sind Huber, Caprez und Zangerl nicht die einzigen Frauen, die nach St. Anton kommen, und sie alle repräsentieren einen frischen Zugang zum Bergsport, der über lange Zeit von Männerbünden dominiert war. Aus diesen Zeiten stammt auch die Geschichte, als der am Mount Kenya in Nairobi verunglückte Tiroler Arzt Bernd Judmair 1970 zuerst von seinem Bergpartner Oswald Ölz betreut und schließlich von österreichischen Bergrettern und nairobischen Helfern ins Tal gebracht wurde. Die aufsehenerregende Hilfsaktion dauerte mehrere Tage und fand internationales Medienecho. Judmair und Ölz sind seither noch enger befreundet als zuvor, auch andere Protagonisten leben heute noch und wurden von Reinhold Messner für die Spieldokumentation „Still Alive“ – sein Regiedebüt – vor die Kamera gebeten. Die ist einerseits sehr berührend, wenn man sieht, wie viel Rückhalt und freundschaftliche Unterstützung notwendig war, um den Verunglückten zu retten. Andererseits ist der Film ein wenig aus der Zeit gefallen und beschwört eine Art von Heldentum in den Bergen, das heute ein wenig altmodisch erscheint.

Bilder
Kontakt:
Filmfest St. Anton
Dorfstraße 8
6580 — St. Anton am Arlberg

+43.5446.22690
+43.5446.2532

info@stantonamarlberg.com
http://www.filmfest-stanton.at
Daten und Fakten:
Region
Arlberg
Ort
St. Anton am Arlberg

Film

Großes Kino, spannende Abenteuer und die Berge als Kulisse: Tirol im Film und Filme in Tirol

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