Mehr Licht und ein neues Konzept

Museum der Völker, Schwaz, Neueröffnung 2017

„Eigensinn und Anpassung“, der neu aufgestellte Museumsbereich zum Thema „Identität"

Nachdem die erste Phase der Neuaufstellung im September 2017 abgeschlossen ist, zeigt sich das Museum der Völker in Schwaz heller und freier.

Wie positioniert man ein gut eingeführtes, aber nicht mehr ganz zeitgemäßes Museum neu, auch wenn die vorhandenen Ausstellungsstücke dieselben bleiben? Diese Frage stellte sich im Museum der Völker in Schwaz schon seit einiger Zeit, denn das Haus, das einst rund um die Sammlung des Fotografen und Filmemachers Gert Chesi entstanden ist, brauchte eine neue Leitung und eine moderne Ausrichtung. Die Exponate, unter ihnen ganz außergewöhnliche Exemplare, stammen aus Asien, Indonesien und Afrika. Nach diesen drei Regionen der Welt hatte sie Gert Chesi, der sie über viele Jahre hinweg zusammengetragen hatte, auch aufgestellt. Dicht an dicht reihten sich die Stücke in dem wie ein Schmuckkästchen gestalteten Museum.

Neue Leitung. Bei der Suche nach einer neuen Leiterin oder einem neuen Leiter fiel die Wahl schließlich auf die Ausstellungskuratorin, Historikerin und Althistorikerin Lisa Noggler-Gürtler. Die gebürtige Tirolerin kennt das Museum der Völker noch aus seinen Anfängen als Mitarbeiterin, in den rund zwanzig Jahren seither war sie unter anderem stellvertretende Sammlungsleiterin im Technischen Museum in Wien sowie Ausstellungsleiterin im ZOOM Kindermuseum und arbeitete als selbstständige Kuratorin für Museen in ganz Österreich.

Vernetzte Welt. Für Schwaz hat sie ein Konzept erstellt, das von der regionalen hin zu einer thematischen Aufstellung führt – in mehreren Etappen, die jeweils verschiedene Ebenen des Museums der Völker betreffen. Insgesamt soll das Ausstellungshaus lichter und freier bestückt werden, sodass nicht immer alle Exponate zugleich gezeigt werden. Auch werden Sonderschauen – anders als früher – mit der ständigen Ausstellung vernetzt.

Ganz oben. Begonnen haben Noggler-Gürtler und ihr Team im obersten Geschoss, wo bisher die Objekte aus Indonesien gezeigt wurden. Dort findet nun der Ausstellungsbereich „Eigensinn und Anpassung“ zum Thema „Identität“ Platz. Passend dazu hat der Künstler Leon Pollux die erste Sonderschau „Menschen“ als Intervention in den Räumen des Museums gestaltet. Durch die neue Platzierung der Exponate kommen diese stärker zur Geltung, seien es Figurengruppen im Raum, unter Glasstürzen einzeln präsentierte Kleinplastiken oder Masken, die, auf ein Gitter montiert, von allen Seiten betrachtet werden können. Pollux „Menschen“ finden sich als große Gruppe von Köpfen auf Steinsockeln und als hölzerne Schutzgeister im ersten Obergeschoss – freundliche, ruhige Gestalten, die den Besucher im Haus der Völker empfangen. Die künstlerische Intervention schafft Verbindungen zwischen zeitgenössischer Kunst und den historischen Werken des Museums, zwischen den Kulturen Europas und Afrikas und damit auch zwischen der Welt der Sammler und der Welt der gesammelten Objekte.

Bilder
Kontakt:
Museum der Völker
St. Martin 16
6130 — Schwaz

+43.5242.66090
+43.5242.66091

info@museumdervoelker.com
http://www.museumdervoelker.com
Daten und Fakten:
Region
Schwaz
Ort
Schwaz

Sonstige

Workshops und Kunsttheorie, Symposien und diskursive Veranstaltungen zur Kunst

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