Rattenbergrer Advent
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„Es muss nicht immer Tiroler Hausmusik sein“
Anna-Maria Stiefmüller gibt dem traditionellen Rattenberger Advent ein neues Gesicht. Jünger und moderner gestaltet und moderiert die 23jährige das Programm ohne dabei den Grundtenor der Veranstaltung zu verlieren. Denn Neues schließt Besinnlichkeit nicht aus. Im Interview spricht sie über Selbstvertrauen, ihren eigenen Stil und dass moderne Musik sehr wohl in die Adventszeit passt.
Sie moderieren bei einem Tiroler Privatradiosender, befinden sich im Endspurt Ihres Studiums und organisieren jetzt noch den Rattenberger Advent. Wie bringen Sie das alles unter einen Hut?
Am besten gar nicht lange nachdenken. Man darf nämlich nicht vergessen, dass ist für mich eine wahnsinnig große Chance, die ich auch nützen möchte. Ich bin seit Kindesbeinen an beim Rattenberger Advent mit dabei. . Es gibt schon Momente an denen ich mir denke, um Gotteswillen ich bin noch so jung, schaffe ich das überhaupt? Und auf der anderen Seite bin ich dann wieder furchtbar stolz, dass ich das Vertrauen der Verantwortlichen bekomme. Ich glaube eine gesunde Portion Selbstvertrauen braucht man schon.
Stichwort Selbstvertrauen: Sind Sie sehr ehrgeizig?
Nein, eigentlich nicht. Aber alles was mir vor die Füße fällt, nehme ich als Chance wahr und nütze es so gut es geht, eben wie jetzt den Rattenberger Advent. Das sind schon große Fußstapfen, in die man hier tritt. Ich werde sicher mit meiner Vorgängerin Martina Moser verglichen werden. Aber das wird kaum gehen. Ich bin ganz anders.
Sie geben somit dem Rattenberger Advent ein neues Gesicht?
Ja, das fängt mit der Auswahl der Gruppen an. Mein Wunsch war es, eine gesunde Mischung aus traditioneller Tiroler Volksmusik und jungen, modernen Interpretationen zu finden. Ich denke, dass das gut gelungen ist.
Eine Adventveranstaltung ist keine Radiosendung. Wie stellen Sie sich darauf ein?
Ich bin immer ich, das heißt ich bin ein lebensbejahender, oft quirliger Mensch, habe aber auch meine besinnliche Seite. Aber ganz ehrlich, ich weiß noch nicht wie es wird und werde mich einfach hineintreiben lassen. Sehr wichtig sind mir Interviews mit den Künstlern, denn die Zuschauer sollen wissen, wer die Menschen hinter dem Instrument sind. Natürlich sind eine Großveranstaltung wie der Rattenberger Advent und Frühstückssendung im Radio zwei Paar Schuhe, aber das Handwerk bleibt im Grunde das Selbe.
Was erwartet das Publikum unter der neuen Moderation?
Man muss jetzt nicht befürchten, dass das was den Rattenberger Advent auszeichnet wegfällt. Aber es wird anders. Das Programm wird jünger und etwas spritziger werden. Denn Advent bedeutet nicht nur Tiroler Hausmusik. Besinnlichkeit kann auch mal aus einer anderen Musikrichtung kommen.. Einigen wird das nicht gefallen, aber das gehört auch zur Vielfalt der Herangehensweisen an diese besondere Jahreszeit. Marc Hess zum Beispiel wird mit Klavier und Gesang alle vier Mal auftreten. Eine begnadete Sängerin aus dem Zillertal, Verena Wintersteller, Peter Hausberger, der seiner Zieharmonika fast sphärische Klänge entlockt oder Catherine Lanser, eine junge Tiroler Musicalsängerin sind auch mit dabei.
Was bedeutet Weihnachten für Sie, wenn Sie der Adventszeit so viel Zeit schenken?
Der Weg dorthin ist das Ziel, eben der Advent. Das ist für mich die schönste Zeit. Und an Weihnachten sitze ich dann meist etwas traurig vor dem Christbaum und denke mir: schade das es jetzt das schon wieder vorbei ist.
Welche Träume, Ziele verfolgen Sie mit dem Rattenberger Advent?
Was ich auf gar keinen Fall will ist, dass die Leute sagen, es sei jedes Jahr dasselbe in Rattenberg. Ich möchte das Publikum überraschen, ihnen trotzdem das Gewohnte bieten, aber immer wieder was Neues bringen. Mein persönlicher Wunschkünstler wäre Hubert von Goisern. Vielleicht dürfen wir in ja schon nächstes Jahr in Rattenberg begrüssen.
Das Interview führte Gabriele Grießenböck