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Museum der Völker Kulturverein
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Indonesien – Kunst und Kult vom Inselreich; Bali – Insel der Götter

Mit seinen mehr als 17.000 Inseln und 240 Millionen Einwohnern gehört Indonesien zu den größten Staaten der Welt. Vor diesem Hintergrund ist es fast unmöglich, ein umfassende Ausstellung über die materielle Kunst seiner Völker machen zu wollen. Wir haben deshalb verschiedene Aspekte herausgegriffen und Exponate von einigen besonders interessanten Ethnien ausgewählt. Diese stammen aus einer österreichischen Privatsammlung und sind über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten zusammengetragen worden. Im Mittelpunkt der Schau stehen Objekte, die im rituellen Zusammenhang Verwendung fanden: Ahnenfiguren der Dayak, Masken der Toraja, aber auch Stoffe und Gewebe der Sumba. Architekturelemente und Sargteile zeigen eindrucksvoll, auf welch hohem Niveau sich die Handwerker und Künstler der Inselwelt befunden haben. Politische Gegebenheiten und die Besiedlung Indonesiens durch muslimische Einwanderer haben dazu geführt, dass die ethnologischen Objekte immer mehr in den Hintergrund gedrängt wurden und deren Wertschätzung erlosch. In einigen Gebieten, so bei den Toraja, hat der Tourismus zu einer Renaissance der Architektur und verschiedener Traditionen geführt. In anderen Regionen war das nicht der Fall. Das Selbstbewusstsein der Toraja hat zu einer Rückbesinnung der Menschen auf ihre Traditionen geführt, bei den Batak auf Sumatra war das in einem weit geringeren Ausmaß der Fall. Diese beiden Völker konvertierten schon im 19. Jh. zum Christentum und modifizierten ihre autochthonen Werte.

Die Ausstellung im Museum der Völker gibt einen Überblick über die materiellen Künste Indonesiens, wobei kleine Kultobjekte genau so zu sehen sind wie großformatige Ahnenfiguren und Götterbilder.

Eine Sonderstellung in Indonesiens Inselwelt nimmt Bali ein. Schon früh von Touristen entdeckt, entwickelte sich hier eine Gesellschaft, die vor dem Hintergrund eines hinduistischen Weltbildes eine eigenständige Formensprache hervorgebracht hat. Europäische Einflüsse sind mancherorts spürbar, doch Balis Götterhimmel ist in seinem barocken Reichtum erhalten geblieben. Während überall sonst auf Indonesien eine typische, dem Primitivismus zugehörige Formensprache herrscht, hat sich hier ein Stil entwickelt, der mit seinem gold-barocken Tempelinventar einer Tradition folgt, die aus Indiens Hochkultur herrührt.

Mythische Gottheiten aber auch Figuren der herrschenden Klasse werden in den Tempel–Aufführungen gemimt, in gewaltigen Kostümen betreten die Schauspieler die Bühne, wenn Barong, der gute Drache, gegen Rangda, die böse Hexe, antritt. Zu guter Letzt beteiligt sich Hanomans Affenheer am Kampf und – wie könnte es anders sein – Rangda, die Hexe, und ihr todbringender Zauber werden besiegt.

In Bali gehören Tempelfeste und Verbrennungsrituale zum Straßenbild. Die Gläubigkeit der Menschen ist Teil ihres Lebens und nicht an Feiertage gebunden. Wo immer man ein Dorf betritt, wird man auf Tempelanlagen, Krematorien und private Geisterhäuschen treffen. Bereitwillig erlaube es die Besitzer dem Fremden, an allen, auch privaten, Festlichkeiten teilzunehmen. Auch die Überfrachtung touristischer Interessen hat die geduldigen Insulaner nicht aus der Ruhe bringen können. Eine Symbiose aus religiösen Bedürfnissen und touristischen Interessen hat neue merkantile Formen hervorgebracht, deren modifiziertes Bild noch interessant genug ist, um es zu hinterfragen. 

Termine:

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Museum der Völker Kulturverein
Das 1995 gegründete Museum beherbergt Objekte aus Afrika, Asien und Indonesien, die der Fotograf und Journalist Gert Chesi über 50 Jahre l...
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09.09.2017 — 11.03.2018
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„Was in meinen kleinformatigen Arbeiten [...] oder den Schutzgeistfiguren als Geheimnis verborgen bleibt, bekommt schärfere Konturen in den Groß-Installationen: Mein persönliches ethisches Weltbild.“ (Leon Pollux) Leon Pollux Werk drückt seinen menschlichen Blickwinkel ... Mehr »
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Mit seinen mehr als 17.000 Inseln und 240 Millionen Einwohnern gehört Indonesien zu den größten Staaten der Welt. Vor diesem Hintergrund ist es anmaßend einen Film über Indonesien drehen zu wollen. Wie immer man die Aufgabe auch angehen mag, das Ergebnis wird ... Mehr »
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Filmpremiere am Mittwoch, „Markt der Masken“ von Peter Heller
Peter Heller, Filmemacher und kritischer Ethno Dokumentator aus München zeigt seinen für Arte produzierten Film „Markt der Masken“ am 18. 5. um 20 Uhr im MDV. Er weilte mit seinem Team einige Wochen als Gast von Gert Chesi in Togo. Sein letzter Film „Süßes ... Mehr »
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